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ZdK-Präsident Sternberg: Es gibt keine feindlichen Lager

Zum Auftakt der Regionalkonferenzen betont der ZdK-Präsident den "Geist des Miteinanders": Es gebe nur ganz einzelne Ausreißer, die zu fundamentaler Kritik ansetzten, aber kaum Resonanz fänden.

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
Nach Sternbergs Ansicht gebe es nur „ganz einzelne Ausreißer, die zu fundamentaler Kritik ansetzen, die aber kaum Resonanz finden“. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Zum Auftakt der fünf Regionalkonferenzen, mit denen der innerkirchliche Reformprozess des Synodalen Wegs heute in fünf verschiedenen deutschen Städten fortgesetzt wird, betont der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, es gebe einen „Geist des Miteinanders“, keine „feindlichen Lager“. Er habe in den vergangenen 30 Jahren noch nie erlebt, „wie einheitlich Bischöfe, Kleriker, Frauen, Männer, Ehrenamtliche, Hauptamtliche gemeinsam ringen um eine neue Glaubwürdigkeit der Kirche“. Nach Sternbergs Ansicht gebe es nur „ganz einzelne Ausreißer, die zu fundamentaler Kritik ansetzen, die aber kaum Resonanz finden“. Zudem warnte der ZdK-Präsident davor, die Situation der Kirche in Deutschland zu dramatisieren und von zwei großen, sich gegenüberstehenden Blöcken zu sprechen. 

Bode: Gibt Sätze, die "sehr angreifbar" sind

Zur Kritik des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer am Zustandekommen sowie am Inhalt eines synodalen Vorbereitungs-Textes zum Thema Frauen in der Kirche räumte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ein, dass „ein gewisses Missverständnis im Verfahren“ vorgelegen habe. „Es gibt sicher Sätze, die sehr angreifbar sind“, so Bode. Über die inhaltliche Kritik werde man aber bereits heute diskutieren, zu Verfahrensfragen seien Gespräche im Synodalforum am 28. September geplant. Zuvor hatte bereits der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, angekündigt, die in Form eines offenen Briefs geäußerte Kritik Voderholzers werde Teil der Diskussionen am Freitag sein.

Die stellvertretende ZdK-Vorsitzende Karin Kortmann hob indes die Bedeutung hervor, die Diskussionen zur Rolle der Frau in der Kirche zukomme. „Wir wissen alle, dass sich die Zukunft der Kirche an der Frauenfrage entscheiden wird“, so Kortmann. Die Erwartungen, nicht nur in den Frauenverbänden, seien hoch, dass man zu „elementaren Veränderungen“ komme. Die Arbeit im Synodalforum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ setze den Rahmen dafür, was kirchenrechtlich möglich sei. „Ist alles schon ausgeschöpft, was es zulässt?“, fragte Kortmann. 

Zukunft der Kirche entscheidet sich an Frauenfrage

An der Videopressekonferenz nahm das gesamte Präsidium des Synodalen Weges mit dem DBK-Vorsitzenden Bätzing, dem ZdK-Präsidenten Sternberg, dem Osnabrücker Bischof Bode und der ZdK-Vizepräsidentin Kortmann teil.  DT/mlu

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