Pamplona

Umsonst dürft ihr lesen 

Die spanische Stiftung „Gratis date“ trägt mit ihren Publikationen zur Bildung in Glaubensfragen bei.

Tag des Buches in Katalonien
Corona-Zeit ist Lesezeit. Initiativen wie Gratisdate tragen dazu bei, dass die neue Lust an der Lektüre auch geistlich fruchtbar werden kann. Foto: Marc Brugat (EUROPA PRESS)

Die Coronakrise hat den Stellenwert der elektronischen Medien und insbesondere des Internets gesteigert. Mittels Online-Unterrichts konnten Schüler und Studenten die Schließung der Lehranstalten kompensieren. Dank Online-Übertragungen konnten in den Monaten, in denen etwa Museen und Theater geschlossen bleiben mussten, Ausstellungen besucht oder Konzerten virtuell beigewohnt werden. In der Zeit, in der keine öffentlichen Heiligen Messen gefeiert werden durften, bot die Übertragung via online darüber hinaus eine Möglichkeit, sich einem Gottesdienst wenigstens virtuell anzuschließen. 

Keine Dauereinrichtung

Eine Dauereinrichtung kann eine solche Virtualisierung jedoch nicht sein. Die Übertragung einer heiligen Messe mag eine überaus geeignete Hilfe für Menschen bedeuten, die aus Krankheits- oder Altersgründen verhindert sind. Für alle anderen mag ein virtueller Gottesdienst genauso wenig ein Ersatz für die Teilnahme an der Messe sein wie ein Online-Besuch einer Ausstellung „das authentische Erlebnis des Originals“ – so etwa der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger – ersetzen kann. Etwas Ähnliches gilt für Katechese und Unterweisung im Glauben. Im Netz gibt es zwar viele geistliche Angebote, diese können jedoch kein Ersatz sein für eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Glaubenswahrheiten sowie mit klassischen Werken katholischer Spiritualität, die nur die Lektüre solider und zuverlässiger Literatur ermöglicht. „Nimm und lies!“ Die Worte, die Augustinus im Garten seines Mailänder Hauses vernahm, und ihn dazu drängten, die Heilige Schrift zu öffnen, gelten für alle Zeiten, so fortgeschritten die elektronischen Medien auch sein mögen. 

Weiterbildung in Glaubensfragen

Unter dem Motto „Ihr müsst wissen, was ihr glaubt“ entstand

deshalb beispielsweise der Jugendkatechismus „Youcat“, der sich zusammen mit dem Ergänzungsbuch „YOUCAT Glaubenskurs“ an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. 

In einer Zeit, in der Weiterbildung mit aller Selbstverständlichkeitzu so gut wie jedem Berufsbild gehört, müsste eine Fortbildung im Glaubensfragen anhand ausgewählter religiöser Literatur nicht nur für junge Menschen ebenso natürlich sein. 

Diese Überzeugung teilt die spanische Stiftung „Gratis date“ im nordspanischen Pamplona. Der Name übernimmt die 1988 von den Geistlichen José Rivera (+1991) und José María Iraburu zusammen mit Carmen Bellido sowie den Ehepaaren Jaurrieta-Galdiano und Iraburu-Allegue gegründete Stiftung aus dem Matthäusevangelium: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“. In ihrem Selbstverständnis als „katholische, wohltätige und gemeinnützige Stiftung“ heißt es, sie „stellt katholische Werke her, die sie in Spanien zu Selbstkostenpreisen verkauft und in Lateinamerika kostenlos verbreitet“. Wer dort dazu in der Lage sei, könne dafür eine Spende an „Gratis date“ tätigen. 

Gratis date

Darüber hinaus dürfen die Werke teilweise oder sogar vollständig unter bestimmten Bedingungen – Zitieren der Quelle, vorherige Anfrage um Genehmigung, kein Profitstreben – vervielfältigt werden. So können die jeweiligen Texte auf ihrer Homepage http://www.gratisdate.org heruntergeladen werden. 

Im Katalog springen vor allem die 27 Bücher von „Gratis date“-Mitbegründer José María Iraburu zu verschiedenen Fragen christlichen Lebens ins Auge. Auch wenn zu den Autoren insbesondere zeitgenössische Theologieprofessoren gehören, finden sich bei „Gratis date“ nicht nur ein Buch Johannes Pauls II. mit den Katechesen aus den Jahren 1979–1984, sondern auch Werke der heiligen Mystikerin Katharina von Genua (1447–1510), des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716) sowie des seligen Columba Marmion OSB (1858–1923). 

Thematisch umfasst das Angebot ein breites Spektrum christlicher Theologie von Exegese und Apologetik beispielsweise über die Echtheit der Evangelien bis hin zu Erklärungen der Theologie des Thomas von Aquin (durch Metaphysik-Professor und Vorstandsmitglied der Internationalen Thomas-Gesellschaft Eudaldo Forment) sowie Hilfen für das eigene Gebetsleben, etwa Meditationen entlang dem liturgischen Jahr (sieben Bände des Benediktiners Manuel Garrido Bonaño) oder dem Stundengebet (von Bischof Julian Julián López Martín von León). Viele der Texte sind zugleich als Anregungen für Predigten geeignet. 

Umfangreiche Katechese

Auf der Stiftungs-Homepage können außerdem die mehr als 200 Vorträge über Fragen des Glaubens abgerufen werden, die der 1935 geborene Priester José María Iraburu in den Jahren 2004–2009 für Radio Maria – auf  Spanisch – hielt. Eine umfangreiche Katechese, darunter 51 Ansprachen von je 52 bis 56 Minuten zu den einzelnen Wochen des liturgischen Jahres. 

Eine noch im Aufbau befindliche umfangreiche Bilddatenbank mit Kunstwerken religiösen Inhalts von Hunderten bekannten Künstlern – von Pieter Aertsen bis Francisco de Zurbarán – vervollständigt die Homepage http://www.gratisdate.org. Sofern sie bereits eingestellt wurden, können ebenfalls die Bilder in hoher Auflösung heruntergeladen werden. 

Unter dem Schutz der Gottesmutter

Ihre Arbeit stellt die „Gratis date“-Stiftung „unter den Schutz der seligen Gottesmutter Maria, die in Armut und unentgeltlich das göttliche Wort verkörpert und in Armut und unentgeltlich den Menschen als Licht der Welt geschenkt hat“. 

Mit ihrem breiten Angebot nimmt sich die Stiftungs-Internetseite als eine regelrechte Fundgrube für die spanischsprachige Welt aus. Zugleich ist sie ein hervorragender Weg für die Neuevangelisierung für alle, die des Spanischen mächtig sind. 

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