Rom

Trennung der „Foren“ verlangt

Änderung der Statuten: Die „Memores Domini“ erhalten einen Apostolischen Delegaten.

Kloster Mater ecclesiae
Die Gemeinschaft der „Memores Domini“ wurde 1988 als internationale Vereinigung von Gläubigen vom damaligen Päpstlichen Rat für die Laien errichtet. Drei Frauen der Gemeinschaft leben heute mit Papst Benedikt im Kloster Mater ecclesiae. Foto: KNA

Die geistliche Gemeinschaft der „Memores Domini“, die Vereinigung der unverheirateten Laien der katholischen Bewegung „Comunione e Liberazione“, die nach den evangelischen Räten leben, erhält einen vom Papst ernannten Apostolischen Delegaten. Das hat der Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Farrell, Spitzenvertretern der Gemeinschaft unter Leitung der Präsidentin der „Memores Domini“, Antonella Frongillo, am 26. Juni im Vatikan mitgeteilt. Bei der Begegnung war auch der neue Delegat, der emeritierte Kirchenrechtsprofessor Gianfranco Ghirlanda SJ, anwesend. Ein entsprechendes Dekret, das der italienische Vatikan-Journalist Aldo Maria Valli am 1. Juli auf seinem Blog veröffentlicht hat, gibt als Grund der Maßnahme Hinweise von Mitgliedern der „Memores Domini“ an, die sowohl die Statuten wie auch das Direktorium betreffen. Grund der Kritik sei die mangelnde Trennung zwischen der Ebene der geistlichen Führung, dem „Forum internum“, und der äußeren Leitung der Gemeinschaft, dem „Forum externum“, heißt es in dem Dekret.

Drei Frauen der Gemeinschaft führten Benedikts Haushalt

Bevor das Dikasterium das Dekret ausgefertigt hat, hat es die Glaubenskongregation, die Präsidentin der „Memores Domini“ und den kirchlichen Assistenten der Gemeinschaft, den spanischen Priester Julián Carron gehört, der Nachfolger des verstorbenen Gründers Luigi Giussani an der Spitze von „Comunione e Liberazione“ ist. Der Apostolische Delegat solle den „Memores“ nun helfen, „allen Mitgliedern der Vereinigung eine angemessene Bildung in Bezug auf den Bereich der Gewissensbildung und der Unterscheidung des sakramentalen und nichtsakramentalen Forum internum und Forum externum zu vermitteln“, formuliert das Dekret. Das Kirchenrecht sieht vor, dass Priester Gläubigen nicht die Beichte abnehmen dürfen, für die sie eine direkte Leitungsverantwortung haben. Kenntnisse, die Priester aus der Beichte erlangen, dürfen nicht bei der äußeren Leitung verwendet werden.

Die Gemeinschaft der „Memores Domini“ wurde 1988 als internationale Vereinigung von Gläubigen vom damaligen Päpstlichen Rat für die Laien errichtet, hat heute etwa sechzehnhundert Mitglieder, Männer und Frauen, die in 32 Ländern leben. Bekannt sind die Memores“ auch deswegen, weil drei Frauen der Gemeinschaft den Haushalt von Papst Benedikt führten und heute mit dem Emeritus im Kloster „Mater Ecclesiae“ leben. Wie Kardinal Farrell bei der Begegnung am 26. Juni sagte, habe sein Dikasterium seit 2018 die Leitung der „Memores Domini“ mehrfach um Vorschläge zur Änderungen der Statuten gebeten, was aber nicht geschehen sei. Professor Ghirlanda wird nun als Delegat eine Kommission unter seiner Leitung berufen, die aus geeigneten Mitgliedern der „Memores“ besteht, die sich an die Überarbeitung der Statuten und des Direktoriums machen sollen.

Überarbeitung der Statuten und des Direktoriums

Der heute 78 Jahre alte Kanonist, der von 1995 bis 2004 Dekan der Fakultät für Kirchenrecht und schließlich von 2004 bis 2010 Rektor der Gregoriana-Universität war, hatte und hat zahlreiche Aufgaben im Vatikan: als Konsultor der Kongregationen für die Glaubenslehre, die Bischöfe, die Evangelisierung der Völker, den Klerus und die Institute des gottgeweihten Lebens. Er arbeitete auch als Referendar an Vatikangerichten und ist seit 2018 Mitglied des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben.

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