Kopenhagen

Nordischer Bischof Kozon äußert sich skeptisch zum Synodalen Weg

Es sei echte Sorge zu spüren, ob die Einheit der Kirche bewahrt werden kann, so der Bischof von Kopenhagen, Czeslaw Kozon. Teilweise grenzt er sich deutlich vom deutschen Dialog ab.

Synodaler Weg
Bischof Kozon grenzte sich teilweise vom deutschen Dialog ab: Auch wenn die Kirche weltweit vor vielen Herausforderungen stehe, die oft gemeinsam erlebt werden, so würden diese in den einzelnen Ländern unterschiedlich empfunden und angegangen. Foto: Synodaler Weg/Besim Mazhiqi

Bischof Czeslaw Kozon, der für die Nordische Bischofskonferenz, als Beobachter an der Online-Konferenz des Synodalen Weges teilnimmt, hat sich skeptisch zum Synodalen Weg geäußert. „Als katholische Bischöfe in den nordischen Ländern verfolgen wir mit einigen unserer Gläubigen den Synodalen Weg in Deutschland. Und auch wenn die deutschen Themen für uns nicht im selben Maße und direkt relevant sind, so ist doch eine echte Sorge zu spüren, ob die Einheit der Kirche bewahrt werden kann“ erklärte der Bischof von Kopenhagen am Freitag mittag. Man versuche daher, sich durch Beobachtung und natürlich mit begleitendem Gebet für ortskirchlich relevante und universalkirchlich abgesicherte Lösungen zu öffnen.

Problematik auch in nordischen Ländern bekannt

Bischof Kozon grenzte sich teilweise vom deutschen Dialog ab: Auch wenn die Kirche weltweit vor vielen Herausforderungen stehe, die oft gemeinsam erlebt werden, so würden diese in den einzelnen Ländern unterschiedlich empfunden und angegangen, „besonders wenn es um Themen geht, die die Universalkirche betreffen und auch im Prinzip universalkirchlich geltender Entscheidungen bedürfen.“ 

Die Themen des Synodalen Weges und die damit verbundene Problematik seien auch in den nordischen Ländern nicht unbekannt. Auch in der katholischen Kirche in Skandinavien habe es Missbrauchsfälle gegeben und man diskutiere über die Rolle der Frau, die Ausbildung und Lebensform der Priester und nicht zuletzt Fragen zu Familie und Lebensbeziehungen. Weniger diskutiert werde das Thema Macht und Gewaltenteilung in der Kirche. 

Für Dienst und Wirken der Priester dankbar

Im Grunde funktioniere die Interaktion zwischen Priestern und Laien gut: „Priester werden in der Regel von den Gläubigen respektiert, unterstützt und geschätzt. Auch, wenn die Gläubigen nicht mit allen Sichtweisen und Haltungen der Priester einverstanden sind, so sind sie doch für deren Dienst und Wirken dankbar. Die seelsorglichen und liturgischen Rollen der Geistlichen werden respektiert, ja sogar vorausgesetzt, und das auch, wenn die Einbeziehung der Laien in vielen Diensten beiderseits gerne angenommen und gefördert wird“, so Bischof Kozon wörtlich.

Missbrauchsfälle würden nicht ohne Weiteres und pauschal mit den herkömmlichen Strukturen der Kirche verbunden, sondern als Phänomene betrachtet, die eigenständig und gezielt angegangen werden müssen. Als Einzelthema hätten Missbrauchsfälle der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche nicht wesentlich geschadet. Auch werde die Zölibatsfrage, die Frage nach dem Priestertum oder dem Diakonat der Frau, die Lehre der Kirche über Sexualität und zu Beziehungen, die nicht der Sexualmoral der Kirche entsprechen, zwar diskutiert und es möge in breiten Kreisen auch darin Dissens geben. Trotzdem, so der Kopenhagener Oberhirte, werde allgemein die Zukunftschancen der Kirche nicht in einer Änderung ihrer Sichtweise in diesen Fragen gesehen. 

Weitere Hintergründe zur Online-Konferenz des Synodalen Wegs erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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