Königsstein

Mit kleinen Perlen für den Frieden beten

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ bringt jungen Gläubigen im Oktober den Rosenkranz näher. Es ist ein Friedensgebet.

Kind hält den Rosenkranz
Sage niemand, Rosenkranzbeten sei nur etwas für Senioren. Auch Kinder sind davon fasziniert. Foto: Imago

Es naht der Herbst und mit ihm der für Katholiken ganz unter dem Zeichen des Rosenkranzgebetes stehende Monat Oktober. Wir wollen hier zwei bemerkenswert große Gebetsaufrufe kurz vorstellen: Zum einen ist es das „Rosenkranzgebet von Küste zu Küste“ in den Vereinigten Staaten am 11. Oktober, zum anderen die wunderbare Kinder-Rosenkranz-Aktion, zu der, wie schon seit 15 Jahren, das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ alljährlich am 18. Oktober seine herzliche Einladung ausspricht. Die Gebetskette „Rosary from Coast to Coast“ – Rosenkranz von Küste zu Küste – wird erst zum dritten Mal durchgeführt und weist im Angesicht einer nationalen Krise auf das Bedürfnis vieler Menschen nach Trost und Beistand hin.

Zunehmende Härte

Den Organisatoren ist das voll bewusst und sie schreiben in ihrem Aufruf deshalb auch, dass diese Aktion notwendig ist im Angesicht der Covid19-Krise, der gewalttätigen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem bei einem Polizeieinsatz zu Tode gekommenen George Floyd und den ungezählten Angriffen auf staatliches Eigentum, auf Privat- und auf Kircheneigentum. Sie stellen fest, dass der spirituelle Kampf an Härte zugenommen habe, sie stellen auch fest, dass insgesamt mehr falsche Lehren und Häresien verbreitet werden. Die Initiative lädt alle Gläubigen weltweit ein, sich ihr an diesem Tag in ihren Anliegen direkt anzuschließen. Was können die Gläubigen im Oktober noch tun? Sie können sich mit Kindern auf der ganzen Welt am 18. Oktober zum Rosenkranzgebet verbinden oder auch in der Gemeinde mit Kindern zu diesem speziellen Gebetssonntag Anleitung geben.

Für Frieden

Dem Gebetstag der Kinder für Einheit und Frieden liegt als Leitgedanken ein Ausspruch des heiligen Padre Pio zugrunde, der einmal sagte: Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern. Im Jahre 2005 entstand auf der Grundlage dieser Idee dieser spezielle Gebetstag im Oktober und verbreitet sich seither wie ein Lauffeuer rund um den Erdball: Im Jahr 2018 machten beim vereinten Rosenkranzgebet Kinder aus 79 Ländern mit, wurden bei Kirche in Not über 8 500 Faltblätter verschickt, die eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zum Freudenreichen Rosenkranz und eine Kinderweihe an die Gottesmutter enthalten. Natürlich sind sie auch in diesem Jahr wieder kostenlos bestellbar. Ein wunderschönes Zeugnis liegt Kirche in Not aus dem Schönstatt-Heiligtum in Buenos Aires vor: Dort hatte man 2017 anlässlich der Hundertjahrfeier der Marienerscheinungen in Portugal auch ein Bild der Muttergottes von Fatima aufgestellt.

Mitmachen

„Wir luden die Kinder, die auf dem großen Platz spielten, zu uns ein, um zu beten, zu singen und etwas zu malen. Allmählich kamen sie alle und wollten mitmachen, einige davon auch in Begleitung ihrer Eltern. Da es sich um noch sehr kleine Kinder handelte, beteten wir einfach nur drei Ave Maria für jedes Geheimnis des Rosenkranzes. Es war wirklich so schön; man konnte die Gegenwart der Muttergottes förmlich spüren. Danke für die Einladung, uns dieser Gebetskette für den Frieden anzuschließen!“ Aus dem Jahr 2019 stammt die beeindruckende Rückmeldung aus Idukki in Indien, wonach 26 000 bis 30 000 Kinder der Diözese teilgenommen hatten.

 

 

Der Bischof von Idukki, John Nellikunnel, las erst zu Beginn des Monats Oktober von der Kampagne, eher zufällig hatte er das Faltblatt dazu gesehen. Doch er dachte sich sofort: „Da müssen wir mitmachen!“ So fanden dann am Ende hauptsächlich auch an den katholischen Schulen an diesem Tag gegen ein Uhr nachmittags nicht nur gemeinsame Rosenkranzgebete, sondern auch Prozessionen statt. Dieser gelebte Glaube habe ihn gestärkt und getröstet, sagt Bischof Nellikunnel, in dessen Diözese immerhin gut 90 Prozent aller Gemeindemitglieder die Sonntagsmesse besuchen. In Ländern wie Indien und Afrika wird dieser spezielle Sonntag im Oktober mit großem Enthusiasmus zelebriert.

Rosenkranz mit Kindern

Doch auch bei uns in Deutschland nutzen viele Gemeinden die Gelegenheit, um gemeinsam mit den Kindern der Pfarrei zu beten und sich so mit kleinen und großen Menschen rund um den Erdball zu verbinden: In Unzhurst (Erzbistum Freiburg) zum Beispiel. Erwachsene und Kinder beteten dort vergangenes Jahr zusammen Teile des freudenreichen Rosenkranzes, umrahmt von Liedern und einführenden Worten. Eine der Organisatorinnen schrieb begeistert: „Trotz der kleinen Runde war es schön, sich als Teil einer größeren Aktion zu wissen – wussten wir doch, dass zur selben Zeit irgendwo auf der Welt andere mit uns verbunden sind.“

 

 

Inzwischen haben sich Kinder aus ganz Deutschland zur Gebetsaktion geäußert. Charlotte (10) fasst zusammen: „Ich finde an der Aktion toll, dass so viele Kinder in verschiedenen Sprachen gleichzeitig den Rosenkranz beten.“ Erfahren haben die Kinder es vor allem durch ihre Eltern. Sie sind es auch, die sich mit ihren Familien dazu bereit erklären, in den Pfarreien etwas zu organisieren.

Jesus kann gutes machen

Über den Wert des Rosenkranzes sagt Lidia (10): „Er ist für mich eine Verbindung zu Maria und ein Schutz und Trost. Gleichzeitig ist er eine Peitsche für den Teufel.“ Noemi (8) betont, „dass Jesus mit dem Gebet durch Maria sehr viele Menschen retten kann“. Und ihr Bruder Benjamin (4) wiederholt: „Jesus kann durch das Gebet mit Maria was Gutes machen.“ Die Kinder raten anderen Kindern zum Rosenkranz, denn es ist so, „als bittet man seine Mutter um Hilfe, nur Maria ist viel stärker“, so Lidia. Maria hilft laut Noemi, „Jesus besser kennenzulernen“. Werden wir wie die Kinder, so sagt es uns Jesus auch heute durch die Gebetsaktion.


Gebetsanregungen und Plakate sind erhältlich bei
Kirche in Not, Lorenzonistr. 62, 81545 München,
Tel. 089/6424888-0 oder auf
www.kirche-in-not.de

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