Frankfurt/Main

Synodaler Weg: Konservative Bischöfe erleben deutliche Abstimmungsniederlage

Der von fünf konservativen Diözesanbischöfen eingebrachte Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung des Synodalen Weges wird in der Synodalversammlung klar abgelehnt.

Erste Synodalversammlung in Frankfurt
Der von fünf Diözesanbischöfen eingebrachte Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung des Synodalen Weges schlug vor, die Hürden für die Verabschiedung von Beratungsvorlagen zu erhöhen. Foto: Harald Oppitz (KNA)

Am ersten Tag der Beratungen des Synodalen Wegs haben konservative Bischöfe eine deutliche Abstimmungsniederlage erlitten. Der von fünf Diözesanbischöfen (Köln, Passau, Eichstätt, Regensburg und Görlitz) am Freitag in Frankfurt eingebrachte Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung des Synodalen Weges schlug vor, die Hürden für die Verabschiedung von Beratungsvorlagen zu erhöhen. Diese werden von sogenannten Synodalforen erarbeitet und der letztlich beschließenden Synodalversammlung vorgelegt. Der von den antragstellenden Bischöfen kritisierte und schließlich mit großer Mehrheit angenommene Geschäftsordnungsentwurf sah vor, dass Vorlagen für die Synodalversammlung nur der absoluten Mehrheit der Mitglieder der Synodalforen bedürfen. Die Bischöfe hingegen wollten erreichen, dass Vorlagen der „einmütigen Zustimmung der Anwesenden Mitglieder des Synodalforums“ bedürfen.

Hanke verweist auf Begriff der Einmütigkeit

Wörtlich hieß es im Antrag: „Diese ist gegeben, wenn alle der Textvorlage zustimmen bzw. höchstens drei Personen der anwesenden Mitglieder dagegen stimmen. Sie ist nicht gegeben, wenn mindestens vier Personen dagegen sind oder ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt. Wenn die Abstimmung dreimal negativ ausfällt, kann die Textvorlage beim Synodalen Weg nicht weiterverwendet werden.“

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke verwies in seiner mündlichen Begründung des Änderungsantrags auf den Begriff der Einmütigkeit. „Die Vorlagen der Foren werden den Synodalen Weg prägen. Da ist Einmütigkeit wünschenswert.“ Die vorliegende Fassung, so Hanke, mache Konstellationen möglich, wo äußerstenfalls 51 Prozent der Foristen einer Vorlage zur Mehrheit verhelfen könnten. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff schlug in der weiteren Aussprache als Kompromiss vor, eine Zweidrittelmehrheit als Quorum zu beschließen.

Strittige Punkte sollen in die Synodalversammlung

In der Diskussion wurde den Bischöfen entgegengehalten, dass die Synodalversammlung ohnehin die Letztentscheidung über die eingebrachten Vorlagen habe. Sie könne diese annehmen, ändern oder verwerfen. Strittige Punkte sollten es deshalb in die Synodalversammlung schaffen und nicht vorher eliminiert werden. Der Antrag wurde schließlich von 181 Abstimmungsberechtigten (87 Prozent)abgelehnt. 26 Personen (12 Prozent) stimmten zu.

DT/om

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .