Köln

Kommentar um "5 vor 12": Dieses Lob ist von Übel

Das Lob der kfd- Vorsitzenden für das Spottvideo von Carolin Kebekus ist völlig verfehlt. Mechthild Heil ist als Vorsitzende eines katholischen Verbandes dem Grunde nach nicht mehr tragbar.

Mechthild Heil
Die CDU-Politikerin und kfd- Vorsitzende Mechthild Heil. Foto: Kay Nietfeld (dpa)

Wer solche Freundinnen hat, braucht keine Feindinnen mehr. Die kfd-Chefin lobt Carolin Kebekus für ihr unsägliches und verletzendes Spottvideo über die Kirche. Die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Mechthild Heil, sagte dazu dem Kölner Stadtanzeiger: "Wir haben das genau so empfunden und gut mitfühlen können.“ Sehr zu Recht hatte die Deutsche Bischofskonferenz allerdings das Kebekus- Video auf ihrem Facebookaccount scharf verurteilt.

Nicht mehr tragbar

Man kann nur hoffen, dass die Vorsitzende der Frauengemeinschaft das Video nur aus Berichten darüber und nicht aus eigener Anschauung kennt. Sollte man nämlich ernsthaft zu der Ansicht kommen, dass die Vorsitzende eines der größten katholischen Verbände ernsthaft Sympathie für die Blasphemie und den Kirchenhass dieser Komikerin hat, dann wäre sie in ihrer Position nicht tragbar. 

Bischöfe sind in der Verantwortung

Die Basis des Verbandes besteht zumeist aus gestandenen katholischen Frauen. Die Funktionärinnen sind Lichtjahre von diesen entfernt. Die Basis müsste sich jetzt ernsthaft überlegen, ob eine Vorsitzende nach so einer Äußerung noch zu halten ist. Immerhin ist die Kirche für viele der Frauen das geistliche Zuhause. Der unverfälschte Glaube der Kirche trägt nicht selten das ganze Leben der einfachen Mitglieder der kfd. Den Funktionärinnen dient er schon lange in arg verfremdeter Weise nur noch als Mittel kirchenpolitischer Agitation. Wird dieser Glaube nun auch noch Ziel von Spott aus den vermeintlich eigenen Reihen gibt es eigentlich nur noch die Möglichkeit: Die Personalfrage sehr ernsthaft stellen.

Wenn es die Frauen nicht selber tun oder schaffen, wären die Bischöfe am Zug. Diese sind schließlich noch immer als Hirten auch in der Verantwortung für das katholische Verbandswesen. Diese Verantwortung sollten sie wahrnehmen, wollen sie nicht riskieren, dass diese kfd endgültig zu einer Kampfgruppe für Gender und Frauenpriestertum verkommt.

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