Vatikanstadt

Kardinalstaatssekretär verlässt Kontrollkommission der Vatikanbank

Für Aufsehen sorgt jetzt die vorzeitige Ablösung Kardinal Parolins im Kontrollgremium der Vatikan-Bank IOR. Muss er auch das Staatssekretariat räumen?

Pietro Parolin
Parolin wird durch den italienischen Kardinal Giuseppe Petrocchi, Erzbischof von L'Aquila, ersetzt, der laut der gut informierten Spanischen Nachrichtenseite Religion digital auch als Nachfolger von Kardinal Parolin im Staatssekretariat gehandelt wird. Foto: Paul Haring (KNA)

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (65) ist nicht mehr Mitglied der Kardinalskommission zur Kontrolle der IOR. Die Entscheidung des Papstes wurde am 21. September lediglich auf der Webseite des Bankinstituts mitgeteilt, nicht jedoch durch den Pressesaal des Heiligen Stuhls oder den Osservatore Romano. Kardinal Parolin wurde damit vorzeitig von seinem zweiten Fünfjahresmandat entbunden. Das berichtet die Hoffington Post.

Parolin wird durch den italienischen Kardinal Giuseppe Petrocchi, Erzbischof von L'Aquila, ersetzt, der laut der gut informierten Spanischen Nachrichtenseite Religion digital auch als Nachfolger von Kardinal Parolin im Staatssekretariat gehandelt wird. Neben Petrocchi berief der Papst auch den Präfekten der Missionskongregation, den philippinischen Kardinal Louis Tagle, und den päpstlichen Almosenier, den polnischen Kardinal Konrad Krajewski. Der spanische Kardinal Santos Abril y Castello (84) bleibt Präsident der Kardinalskommission.

Neuer Staatssekretär Petrocchi?

Die Umbesetzungen bei dem Kontrollgremium der Vatikanbank erfolgte im Vorfeld der Inspektion des Moneyval-Ausschusses des Europarates, der gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorgeht. Der Präsident des AIF, der Geldwäschebekämpfungsbehörde des Vatikans, Carmelo Barbagallo, betonte, dass die Anpassung der Rechtsvorschriften des Heiligen Stuhls erfolgt, um sie mit den Richtlinien der Europäischen Union in Einklang zu bringen.

Die Moneyval-Inspektion endet am kommenden Mittwoch. Dann wird auch ein endgültiges Urteil zur Anwendung der EU-Richtlinien gegen Geldwäsche und Terrorismusbekämpfung im Vatikan erwartet. DT/ska

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