Rom

Kardinal Cordes kritisiert Interkommunion-Forderung

Empfang der heiligen Eucharistie und Zugehörigkeit zur Kirche gehören untrennbar zusammen.

Cordes zu Interkommunion-Forderung
Das ökumenische Dokument "Gemeinsam am Tisch des Herrn" bleibt hinsichtlich der katholischen Glaubenslehre von Realpräsenz und Transsubstantiation vage. Foto: SymbolKNA

Das ökumenische Dokument „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des „Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen“ stößt zunehmend auf Kritik. In einem Beitrag für die „Tagespost“ kritisiert der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes das Papier als theologisch unzureichend. Es bleibe hinsichtlich der katholischen Glaubenslehre von Realpräsenz und Transsubstantiation vage.

Es werde nicht deutlich, was ein Christ bei der Feier der Eucharistie und ihres Empfangs zu glauben habe, kritisiert Cordes. Neben der lückenhaft dargelegten Sakramententheologie, werfe auch eine unzureichend reflektierte Ekklesiologie Fragen auf. Denn biblisch, urkirchlich und in der Vätertheologie seien der Empfang der Eucharistie und die Zugehörigkeit zum mystischen Leib der Kirche untrennbar aufeinander verwiesen.

Fragwürdige Ekklesiologie

Dem ökumenischen Dokument gehe es um das Begehren der „Interkommunion“, der Überwindung der Trennung am Tisch des Herrn. Fraglos verursache, so Cordes, die Wunde der Spaltung großes Leid unter Christen. Doch sie könne nicht geheilt werden, indem die Weichen für Äußerlichkeiten neu gestellt würden. Schließlich sei die theologische Wahrheit von der Eucharistie betroffen.

Katholische und evangelische Theologen des „Ökumenischen Arbeitskreises“ forderten in ihrem Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“, dass die „wechselseitige Teilnahme an den Feiern von Abendmahl/ Eucharistie als ... theologisch begründet“ anzusehen sei.

Nach eigener Aussage arbeitet der Kreis eigenständig, unterrichte aber die Bischöfe über seine Ergebnisse. Das Dokument wurde jedoch nicht von der Bischofskonferenz in Auftrag gegeben, dennoch wurde es von mehreren Bischöfen, darunter dem Limburger Bischof und Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, ausdrücklich gewürdigt.

DT/ska

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