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Die Frauenweihe ist vom Tisch

Papst Franziskus bestätigt die dauerhafte Beauftragung von Lektorinnen und Kommunionhelferinnen und bekräftigt die Lehre von Johannes Paul II. zu der den Männern vorbehalten Priesterweihe.

Luis Francisco Card. Ladaria
Im Schreiben an Kardinal Ladaria betont Papst Franziskus die Lehre von Ordinatio sacerdotalis. Foto: Alessia Giuliani/CPP / IPA via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

Papst Franziskus hat zwei Dinge geklärt: Zum einen, dass Frauen fest als Lektorinnen und Akolythen beauftragt werden können und damit den Männern gleichgestellt sind. Zum anderen hat er in einem Brief an den Präfekten der Glaubenskongregation bekräftigt, dass der Empfang des Weihesakraments allein Männern vorbehalten ist. Ausdrücklich verweist der Papst auf das Apostolische Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ aus dem Jahr 1994, das die Frauenweihe ausschließt, weil „die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“. Dass nun für den Dienst von Frauen als Lektorinnen und Kommunionhelferinnen keine zeitliche, sondern wie bei Männern eine dauerhafte Beauftragung möglich ist, steht in dem Motu proprio „Spiritus Domini“ vom vergangenen Montag, das im Kanon 230 des Kirchenworts einen einzigen Begriff ändert: Statt „männliche Laien“ heißt ab nun einfach „Laien“.

Weiheämter und Dienstämter sind zu unterscheiden

So weit, so gut. Eine in weiten Teilen der Kirche – auch in Papstgottesdiensten – bewährte Praxis ist damit rechtlich sauber besiegelt: Frauen können Dienstämter bei Gottesdiensten übernehmen, die klar von den Ämtern unterschieden sind, die nur Männern durch das Sakrament der Weihe übertragen werden können. Paul VI. hatte mit dem Motu proprio „Ministeria quaedam“ von 1972 die niederen Weihe und die Weihe zum Subdiakon abgeschafft und die Bestimmungen zu den liturgischen Diensten des Lektors und des Akolythen neu geregelt, aber sie gemäß alter Tradition erst einmal den Männern vorbehalten, obwohl der Alltag bei Gottesdiensten damals oft schon anders aussah. Papst Franziskus griff jetzt eine Anregung der Amazonas-Synode auf, die Beauftragung von Frauen als Akolythinnen und Lektorinnen dauerhaft zu erlauben.

Keine Frauenweihe unter Papst Franziskus

Die Frage ist nur, ob die Klarstellung aus Rom, die jetzt erfolgt ist, auch diejenigen erreicht, die dieFrauenweihe immer noch auf die Agenda innerkirchlicher Foren und theologischer Debatten setzenwollen. Es sind auch immer wieder Bischöfe, die sich an dem Schüren falscher Erwartungen beteiligen. Für sie zeigt sich jetzt, dass mit Franziskus keine Änderung der Lehre des Zweiten Vatikanums und von „Ordinatio Sacerdotalis“ zu haben ist. Auch beim Synodalen Weg ist dieser Punkt nun endgültig abzuhaken.

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