YouTube

Das Internet gehört zum Weinberg des Herrn

Evangelisierung im Netz ist ein Auftrag des Herrn. "Wie ich Youtube und die Liebe zum Neuen Testament als Senfkorn für das Reich Gottes erlebe." Eine katholische Influencerin berichtet von ihrer Berufung im Netz Zeugnis zu geben.

Margarete Strauss
Während der Promotion heiratete die Youtuberin und aus dem Musikkanal „Magberger“ wurde der theologische Kanal „Magstrauss“!  Foto: Privat

Es gibt eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch mein bisheriges Leben gezogen hat: „Was muss ich tun, um Menschen in meinem Leben zu dienen?“ Und damit verbunden stand schon immer die Frage im Raum: „Was ist mein Talent?“ Als Kind einer Musikerfamilie zeigten mir meine Eltern immer konkret, wie man seine Begabung in das Reich Gottes einbringt. Der Lobpreis hat mein Leben schon früh geprägt. Und doch ersehnte ich mehr. Von Heiligenbiografien sowie Glaubensvorbildern inspiriert kam ich über mehrere Umwege schließlich zum Theologiestudium. 

Erste Videos

Zu jener Zeit meldete ich mich auf YouTube an, was damals noch eine Plattform für ganz amateurhafte Homevideos darstellte. Der Kanal „Magberger“ war geboren. Die meisten Nutzer luden Musikvideos hoch, in denen sie bekannte Lieder nachsangen, sogenannte Coversongs. Diesen Trend nutzte ich, um Lobpreislieder neu zu interpretieren, bevor ich irgendwann den Mut fand, eigene Kompositionen zu veröffentlichen. 

Während des Theologiestudiums stellte dies für mich zunächst ein Hobby dar, eine willkommene Abwechslung vom Schreibtisch-Alltag. Denn am Studium hatte ich echt zu kauen: Von einer knienden Theologie war keine Spur, die kirchliche Lehre stellte nicht einmal eine Option unter vielen dar und wenn sie doch zur Sprache kam, dann aus voreingenommener und verzerrter Perspektive. Zeitgeist statt Katechismus! 

Eine andere Theologie

Was ich in dieser Zeit lernte, war nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, sondern auch eine ausgeprägte Defensivhaltung gegenüber allen möglichen Irrlehren. Das hilft mir bei meiner jetzigen Bloggertätigkeit sehr! Ich möchte diese Zeit nicht missen, denn durch die Missstände an der Universität reifte in mir der Entschluss, eine andere Theologie zu verfolgen und dafür die neuen Medien zu nutzen. Durch die gesamte Zeit hat mich die Gottesmutter getragen. Hätte ich nicht ständig den Rosenkranz gebetet – wer weiß, ob ich nicht vom Glauben abgefallen wäre! Für mich ist das wirklich ein Wunder, aus dieser Zeit mit einem vertieften Glauben hervorgegangen zu sein. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, erkenne ich Gottes Spuren vor allem in schwierigen Situationen.

 

 

Ein theologischer Kanal

Mich hat besonders die biblische Theologie gepackt, weshalb ich mich entschloss, in neutestamentlicher Exegese zu promovieren. Ich schrieb meine Doktorarbeit über die Johannesoffenbarung. Doch ich leide sehr an der destruktiven Vorgehensweise in der Exegese. In ihr sehe ich die Ursache theologischer Missstände, denn weil die Heilige Schrift nicht mehr als Heilige Schrift gilt, wird alles und nichts mehr geglaubt. Umso mehr fühlte ich mich während des Studiums dazu gedrängt, auf YouTube etwas zu unternehmen. Während meiner Promotion heiratete ich und aus dem Musikkanal „Magberger“ wurde der theologische Kanal „Magstrauss“! 

Unkenntnis schreckt

Seitdem lade ich dort Vorträge zu den verschiedensten Themen hoch. Aufgrund der erschreckenden Unkenntnis über die Kirche sind mir die Katechese und Apologetik sehr wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass viel weniger Menschen die Kirche ablehnen würden, wenn sie genauer über ihre Lehre informiert wären, anstatt Vorurteilen zu glauben. Das gilt auch für die sogenannten „Schwarzen Legenden“ der Kirchengeschichte. Ein wichtiges Anliegen ist mir auch die Esoterik, die in unserer heutigen Zeit immer mehr um sich greift. Seit diesem Kirchenjahr lade ich Auslegungen zu den Sonntagslesungen hoch, bei denen mir die traditionellen Methoden sehr wichtig sind. Was haben wir doch für wunderbare Schätze in der katholischen Kirche, die es wiederzuentdecken gilt! Gerade die kanonische Bibelexegese betrachte ich als großen Segen. 

Blog und Videokanal als Kombination

Um die Auslegungen noch handfester zu machen, eröffnete ich nach einiger Zeit einen Blog, auf dem ich täglich die Auslegung aller Tageslesungen nach dem vierfachen Schriftsinn veröffentliche. Durch den Kanal auf YouTube sowie den Blog möchte ich den Menschen dienen und meinen Beitrag zur Neuevangelisierung leisten. Wenn man heutzutage auf YouTube religiöse Inhalte veröffentlicht, ist die Reichweite nicht sehr groß. Diese Plattform ist zu einem enormen Korpus herangewachsen, zunehmend professionalisiert worden und das Angebot riesig! Jede Minute werden im Schnitt 400 Stunden Videomaterial hochgeladen! Da ist die Konkurrenz sehr groß. Und doch bin ich überzeugt davon, dass Gott die Bemühungen von uns Menschen aufgreifen und zu etwas Wunderbarem entwickeln kann! Nicht umsonst verwendet Jesus für das Reich Gottes das Beispiel des Senfkorns, das von allen das kleinste Samenkorn darstellt, aber zu einer großen Pflanze heranwächst. Alles ist letztendlich in Gottes Hand und ich habe wirklich oft die Erfahrung gemacht, dass wenn ich ihm alles überlasse, er es ganz fruchtbar macht! 

 

 

Christin auf einer weltlichen Plattform

YouTube ist eine weltliche Plattform, auf der viele Nichtchristen mit meinen katholischen Inhalten in Berührung kommen. Da sind Spott, Hass und Unverständnis nicht selten! Und wenn ich Hasskommentare bekomme, dann werde ich immer daran erinnert, was Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Doch dies alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.“ (Johannes 15, 20–21). Ich weiß, wofür ich es tue, denn Jesus sagt in den Seligpreisungen: „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.“ (Matthäus 5, 11–12). Auch wenn viel Negatives kommt, sehe ich doch zugleich die vielen positiven Rückmeldungen. Viele sind durch das Apostolat „Magstrauss“ zum Glauben gekommen. Suchende haben sich der Katholischen Kirche zugewandt, Unschlüssige haben sich entschieden, ins Priesterseminar einzutreten. 

Stetiges Wachsen im Glauben

Ich selbst habe so vieles dazugelernt, seitdem ich Videos veröffentliche. Es ist ein gemeinsames Wachsen im Glauben, bei dem ich mich mit einschließe. Es ist ein erneutes Nachdenken über selbstverständliche Dinge, ein täglicher Aha-Effekt! Ich erkenne auch zunehmend eine Offenheit von weniger religiös sozialisierten Nutzern. Dieses Apostolat zeigt Früchte: Was hier passiert, ist das Werk Gottes! Er ist es, der hier wirkt und davor kann ich nur staunend auf die Knie fallen. Gott benutzt uns als seine Werkzeuge, die wir doch nur zerbrechliche Gefäße sind. Dafür bin ich sehr dankbar. 


YouTube-- Kanal von Margarete Strauss

 

DIE FREUDE AM GLAUBEN LEBEN - Internetauftritt von Dr. Margarete Strauss


 

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