Augsburg

Bertram Meier: Verkündigung ist Querschnittsaufgabe

Das Jugendprojekt des Bistums Augsburg "Basical" ist zunächst geschlossen. Die Neustrukturierung des Instituts für Neuevangelisierung soll betonen, dass Evangelisierung die Aufgabe aller Mitarbeiter einer Diözese ist.

24 Stunden Andacht mit Bischof Bertraim Meier
Dem Augsburger Bischof Bertram Meier ist es wichtig, dass sich die Evangelisierung nicht nur auf Katechese, Eucharistie und Anbetung fokussiert. Die Neuaufstellung des Instituts für Neuevangelisierung soll das widerspiegeln. Foto: Stefan Puchner (dpa)

Das Bistum Augsburg hat die Entscheidung, das Institut für Neuevangelisierung von der Abteilung Evangelisierung abzulösen, gegenüber dieser Zeitung erläutert. Die Neuevangelisierung geht weiter, aber nicht unter dem Etikett „Institut“, erklärte Bistumssprecher Ulrich Bobinger. Für Bischof Bertram Meier sei Evangelisierung eine Querschnittsaufgabe, die alle Mitarbeiter der Diözese angehe. Um zu vermeiden, dass es „einen Exklusivanspruch auf dieses Anliegen gebe“, wird der Titel „Institut“ durch „Abteilung“ ersetzt.

Basical zunächst geschlossen

Wie das Bistum mitteilt, ist es dem Augsburger Bischof wichtig, dass sich die Evangelisierung nicht nur auf Katechese, Eucharistie und Anbetung fokussieren, sondern alle drei Grunddienste umfasse: Verkündigung, Gottesdienst und Nächstenliebe. „Diese Weitung erwartet sich der Bischof durch diese Neuaufstellung“, unterstreicht Bobinger. Der Wechsel in der Leitung der Hauptabteilung ist den Angaben zufolge für den 1. September geplant. Der bisherige Hauptabteilungsleiter, Domvikar Florian Markter, der auch Diözesanjugendpfarrer und Leiter des Bischöflichen Jugendamtes war, wechselt in die Pfarrseelsorge. Nachfolger werde Domvikar Andreas Miesen, der zudem Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat und das Gottgeweihte Leben bleibe.

Führen solle sie der bisherige Leiter der Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhofen an der Roth, Pfarrer Reinfried Rimmel. Er folge auf die Ordensschwester Theresia Mende, die in den Ruhestand trete. Die Abteilung Jugend und das Amt des Diözesanjugendpfarrers übernehme Pfarrer Tobias Wolf, bisher Leiter der Jugendstelle Memmingen, Religionslehrer und Schulseelsorger in Mindelheim. Auch das derzeit im Bischöflichen Jugendamt verortete Projekt Basical ruht, bis es nach einer Zeit der Reflexion und Evaluierung als „Jahr der Orientierung“ in neuer Verantwortung weitergeführt wird. Bischof Meier erklärte in diesem Zusammenhang, die Themen Evangelisierung, Jugend und Berufung seien ein Dreiklang und ihm sehr wichtig, „da sie wesentliche Zukunftsfragen der Kirche betreffen“. Die Neuordnung solle die Aufgabenfelder weiterentwickeln und profilieren.

Neuevangelisierung soll noch mehr in die Breite

Das Institut für Neuevangelisierung hatte Meiers Vorgänger Konrad Zdarsa 2012 gegründet. Nach seiner Bischofsernennung vor einem Jahr hatte Meier gesagt, neue Wege der Verkündigung des Evangeliums seien „kein Monopol einer Abteilung“. Im Sommer erläuterte er dazu der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Das Institut hat wichtige Pionierarbeit geleistet. In Zukunft muss das Anliegen noch mehr in die Breite. Evangelisierung ist weder exklusiv noch pure Selbstbestärkung.“

Das Basical gab es seit 2014. Es war das bundesweit erste diözesane Projekt seiner Art. Dabei lebten junge Menschen in einer Wohngemeinschaft im Rahmen eines christlichen Orientierungsjahres und absolvierten Programme zur beruflichen und religiösen Bildung. Die Bischofskonferenz benannte das Basical 2017 als eines von drei beispielhaften Projekten katholischer Jugendarbeit.

Jüngerschaftsschulen gerade für junge Menschen von großer Bedeutung

Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg, weist gegenüber dieser Zeitung auf das Konzept von „Jüngerschaftsschulen“ hin, mit dem viele neue geistliche Gemeinschaften seit Jahren gute Erfahrungen machten. Wörtlich erklärt Hartl: „Im Gebetshaus haben wir jedes Jahr so viele Bewerbungen, dass unsere fünfzig Plätze bei weitem nicht ausreichen. Für junge Menschen kann ein solches Jahr von größter Bedeutung sein. Das Gleiche trifft für Glaubenskurse zu, die sich weltweit als hervorragendes Mittel erwiesen haben, Kirchendistanzierte anzusprechen.“ Umso mehr habe er sich gefreut, dass das Bistum Augsburg mit dem „Institut für Neuevangelisierung“ und dem „Basical“ zwei Einrichtungen geschaffen hatte, die Glaubenskurse und eine Jüngerschaftsschule anboten. Hartl fügte hinzu, dass er über die Jahre hinweg sehr viel Gutes sehen konnte, das daraus entstanden sei: „Ich bin gespannt, wie die Neustrukturierungen die vielen positiven Erfahrungen aufgreifen und hoffentlich weiter fördern werden.“

Mit Material von KNA

 

 

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