Regensburg

Benedikt XVI. kehrt in den Vatikan zurück

Der emeritierte Papst beendet seinen überraschenden Besuch bei seinem schwerkranken Bruder in Regensburg. Am Wochenende standen aber auch nach andere Stationen auf dem Programm.

Benedikt XVI. besucht kranken Bruder Georg
Der emeritierte Papst Benedikt verbrachte vier Tage in seiner alten Heimat. Zweimal täglich besuchte er seinen 96 Jahre alten Bruder Georg Ratzinger. Am Montag soll der Aufenthalt enden. Foto: Armin Weigel (dpa)

Nach dem Besuch bei seinem schwerkranken Bruder in Regensburg wird der emeritierte Papst Benedikt XVI. am heutigen Montag wieder in den Vatikan zurückkehren. Dies teilte das Bistum Regensburg mit. Zudem wird Bischof Voderholzer am Nachmittag Bilanz zu dem Besuch ziehen. Am Sonntagabend soll Benedikt noch am Schrein des heiligen Bistumspatrons Wolfgang gebetet haben, der zurzeit im Regensburger Dom zur Verehrung ausgesetzt ist.

Nuntius: Eine Ehre, den Papst begrüßen zu dürfen

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, dankte dem emeritierten Papst für seinen Besuch. „Es ist eine Ehre, den emeritierten Papst noch einmal in Deutschland zu begrüßen, selbst in dieser nicht einfachen familiären Situation“, erklärte Eterovic in einem Grußwort im Regensburger Dom. Der Nuntius war am Samstag anlässlich des Papst-Besuchs von Berlin nach Regensburg gekommen.

Für den Emeritus sei der Sonntag laut Bistumsangaben ein „Ruhetag“ gewesen. Er habe jedoch auch gestern im Wohnhaus seines Bruders in der Regensburger Luzengasse die heilige Messe gefeiert. Jeden Tag verbrachte Benedikt dort mehrere Stunden mit dem langjährigen Kapellmeister der Regensburger Domspatzen. Christian Schaller, stellvertretender Leiter des Instituts Papst Benedikt XVI., nannte den Heimatbesuch „eine Kraftquelle für beide Brüder“. Die Begegnungen in seiner bayerischen Heimat würden den Emeritus stärken.

Eine Reise in die Vergangenheit

Am Samstagabend war Benedikt in sein ehemaliges Wohnhaus in dem Vorort Pentling zurückgekehrt. Dort sei er nach Angaben des Bistums Regensburg eine Dreiviertelstunde geblieben und habe sich auch einige Zeit im Garten des Hauses aufhalten können. Besonders alte Familienporträts hätten ihn sehr bewegt. „Erinnerungen wurden wach. Es war eine Reise in die Vergangenheit“, so Christian Schaller. Das Haus war von 1970 bis 1977 der private Wohnsitz Joseph Ratzingers. Das letzte Mal war der emeritierte Papst während seiner Deutschlandreise 2006 dort zugegen. 

Darüber hinaus nutzte Benedikt am Samstag die Gelegenheit, um am Grab seiner Eltern und seiner Schwester auf dem Friedhof Regensburg-Ziegetsdorf ein kurzes Gebet zu sprechen. Dabei wurde er vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer begleitet. Dieser sprach am Sonntag im Regensburger Dom davon, dass es die Eltern gewesen seien, die Benedikt zuerst das Evangelium verkündet hätten. Den Emeritus nannte er einen „Jahrhunderttheologen“ und den „größten Prediger auf dem Stuhl Petri seit Gregor und Leo dem Großen“. 

Erste Auslandsreise seit Abdankung 2013

Am Donnerstag war der emeritierte Papst überraschend mit einem Flugzeug der italienischen Luftwaffe nach Regensburg geflogen, um von seinem Bruder Georg Ratzinger Abschied zu nehmen. Der Gesundheitszustand des 96-Jährigen hatte sich zuletzt sehr verschlechtert. Beim Besuch des emeritierten Papstes handelte es sich um eine rein private Visite. Öffentliche Auftritte waren nicht vorgesehen. Der Besuch des Papa Emeritus in Regensburg ist die erste Reise außerhalb Italiens und des Vatikans seit seiner Abdankung 2013.

DT/mlu

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