Wien

Wallner: Götzenstatuen lösen Heidenängste aus

Missionarische Laien statt Aufweichung des Zölibats – Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich, widerspricht Forderungen von Amazonas-Bischof Erwin Kräutler.

Pater Karl Wallner zu Pachamama-Figuren
"Götzenstatuen, Figuren, die ein archaisches und abergläubisches religiöses Bild darstellen, sind nicht Sache von uns Christen", so Pater Karl Wallner im Gespräch mit der "Tagespost". Foto: Missio Austria

Gegen eine pantheistische Verehrung der Natur als Gottheit und Darstellungen von Muttergottheiten hat sich der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, Pater Karl Wallner, ausgesprochen. Im Interview mit der „Tagespost“ widerspricht er Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, der die jüngst in Rom präsentierten Pachamama-Darstellungen verteidigte: „Götzenstatuen, Figuren, die ein archaisches und abergläubisches religiöses Bild darstellen, sind nicht Sache von uns Christen. Ich weiß aus Afrika, welche Heidenängste Götzenstatuen und Dämonenmasken auslösen, und wie sehr es eine Befreiung ist, an einen Gott zu glauben, der über den Himmeln thront.“

"Christus hat keine Christentümlichkeiten
gegründet, sondern wollte, dass wir
eins sind. Dafür steht das Petrusamt"
Pater Karl Wallner

Zu Bischof Kräutlers Forderung nach einer „Kirche mit indigenem Antlitz“ meint der Missio-Chef gegenüber dieser Zeitung: „Christus hat keine Christentümlichkeiten gegründet, sondern wollte, dass wir eins sind. Dafür steht das Petrusamt. Ich sehe in der Einheit eine große Chance, gerade in Zeiten der Globalisierung.“ Eine gewisse Regionalisierung sei durchaus in Ordnung, es wäre „aber problematisch, wenn die Einheit in Frage gestellt wird“. Das betreffe die Glaubenslehre, die Sakramente und die sakramentale Praxis.

Die Aufgabe der Inkulturation sei es, „herauszufinden, was in den noch nicht christlichen Kulturen wirklich wahr und heilig ist, was bewahrenswert ist, was umgewandelt und getauft werden kann, aber auch auszusondern, was nicht mit den grundliegenden Prinzipien des Glaubens in Einklang ist“, so Karl Wallner zur „Tagespost“. Einen „amazonischen Ritus“, wie er im Umfeld der jüngsten Synode gefordert wurde, lehnt er ab: „Ein künstliches Schaffen von Riten am Schreibtisch hat noch nie funktioniert.“

Wallner weist Aufweichung des Zölibats zurück

Österreichs Missio-Chef, der lange Jahre Rektor der „Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“ war, weist auch jede Aufweichung des Zölibats zurück: „Ich bemerke seit Jahren, dass das Wesen der Heiligen Messe als unblutige Darstellung des Kreuzesopfers Christi und des Opfer-Priestertums nicht verstanden wird.“ Der Priester habe die Totalhingabe Christi am Kreuz existenziell zu bezeugen. Das werde unverständlich, wo die Eucharistie nur mehr als gemeinschaftliches religiöses Tun gesehen wird. Anstelle einer Lockerung des Zölibats plädiert Pater Karl Wallner „für ein überzeugtes, verkündigendes Laientum“. Es brauche „keine neue Form einer klerikalen Beamtenschaft, sondern eine missionarische Kirche“.

DT/sba

Das vollständige Interview, in dem Pater Karl Wallner auch zur Forderung nach dem Diakonat der Frau sowie zu missionarischen Erfolgen der Freikirchen in Lateinamerika Stellung nimmt, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der „Tagespost“. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.