Trier/Vatikanstadt

Vatikan stoppt Trierer "Pfarreien der Zukunft"

Die Pläne im Bistum Trier, die knapp 900 Pfarreien in künftig 35 Großpfarreien zusammenzuschließen, riefen Proteste von Gläubigen, Priestern und Politikern hervor. Nun hat der Vatikan das Projekt vorerst gestoppt.

Protestkundgebung gegen geplante Reform im Bistum Trier
Das Bistum Trier teilte mit, dass man die Konsequenzen der Aussetzung des Vollzugs prüfe. Im Bild: Teilnehmer der Protestkundgebung der Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" gegen die geplante Reform im Bistum Trier stehen vor dem Dom. Foto: Harald Tittel (dpa)

Der Vatikan hat das Projekt „Pfarreien der Zukunft“ im Bistum Trier vorerst gestoppt. Mit den Plänen wollte der Trierer Bischofs Stephan Ackermann die knapp 900 Pfarreien in künftig 35 Großpfarreien zusammenzuschließen. Die Pläne, die auf einen Beschluss einer Diözesansynode zurückgehen, riefen Proteste von Gläubigen, aber auch von Priestern und Politikern hervor. Beschwerdeführer richteten sich auch an den Heiligen Stuhl.

Errichtung der ersten 15 Großpfarreien bis Januar nicht möglich

Nun hat die römische Kleruskongregation entschieden, "den Vollzug des 'Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016' auszusetzen", wie die Diözese gestern mitteilte.
Damit kann die Errichtung der ersten 15  neuen Großpfarreien zum 1. Januar 2020 nicht stattfinden.
Stattdessen wird der Päpstliche Rat für die Interpretation der Gesetzestexte das von Bischof Ackermann erlassenen Gesetz überprüfen und könnte es am Ende möglicherweise einkassieren. Das Bistum teilt unterdessen mit, dass man die Konsequenzen der Aussetzung des Vollzugs prüfe.

Für alle Christen im Bistum tragbare Lösung erhofft

In der Zeitung "Trierischer Volksfreund"  wird der Sprecher der beschwerdeführenden Priestergemeinschaft "Unio apostolica", Harald Cronauer, zitiert, der nach Eingang des Schreibens "sehr erfreut" darüber sei, "dass unsere Argumente in Rom auf fruchtbaren Boden gefallen sind". Er hoffe nun auf eine Lösung, die alle Christen im Bistum mittragen könnten.

Wann die endgültige Entscheidung über den Fortgang der von Ackermann angestrebten Umstrukturierung getroffen wird, ist noch nicht bekannt.

DT/EWTN/ska