Wien

Österreich: Katholische und orthodoxe Bischöfe tagen zusammen

Die Russisch-Orthodoxe Kirche boykottiert die gemeinsame Sitzung wegen des inner-orthodoxen Streits um die Ukraine.

Schönborn und Arsenions
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn und Metropolit Arsenios Kardamakis bei der Vesper in der orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale. Foto: Kathpress/Pulling

Erstmals haben am Montag Vertreter der katholischen und der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich gemeinsam getagt. Der Repräsentant der russischen Orthodoxie, Bischof Ioann Roschtschin, blieb jedoch der Begegnung fern, wie er die Mitarbeit in der Orthodoxen Bischofskonferenz seit dem Streit zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Ökumenischen Patriarchat um die Ukraine überhaupt eingeschränkt hat.

Moskauer Patriarchat hat zum Boykott aufgerufen

Von orthodoxer Seite nahmen der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic, der rumänisch-orthodoxe Bischof Serafim Joanta, Erzpriester Nikola Wahbah vom Patriarchat von Antiochien, Erzpriester Ioannis Nikolitsis und Pater Athanasius Buk von der griechisch-orthodoxen Kirche und der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nikolae Dura teil. Der Bischofssitz der georgisch-orthodoxen Kirche in Österreich ist derzeit vakant.

Der Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche nahm an der Sitzung nicht teil, weil das Moskauer Patriarchat alle seine Repräsentanten angewiesen hat, Konferenzen oder Sitzungen zu boykottieren, die von einem Vertreter des Ökumenischen Patriarchats präsidiert oder ko-präsidiert werden. Hintergrund des Konflikts ist die Anerkennung der Autokephalie der ukrainischen Orthodoxie durch den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios. Dies erfolgte gegen den erbitterten Widerstand Moskaus. Mittlerweile hat auch die orthodoxe Kirche von Griechenland die Autokephalie der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche anerkannt.

Ökumenische Zusammenarbeit beim schulischen Religionsunterricht

Bei den katholisch-orthodoxen Gesprächen in Wien ging es am Montag vor allem um die ökumenische Zusammenarbeit beim schulischen Religionsunterricht. Seit Jahren besteht eine Kooperation zwischen katholischer und orthodoxer Kirche in der Ausbildung der Relionslehrer, die an der katholischen Pädagogischen Hochschule Wien-Krems stattfindet. Diese Zusammenarbeit soll intensiviert werden. Zudem wollen sich die beiden Bischofskonferenzen künftig enger austauschen. Die Bischöfe der katholischen wie der orthodoxen Kirchen nahmen am Abend an einer Vesper in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale in Wien teil.

DT/sba