Jining

Nach Abkommen: Erster chinesischer Geistlicher zum Bischof geweiht

Mit Antonio Yao Shun ist in China erstmals seit dem Abkommen mit dem Vatikan ein Bischof geweiht worden. Doch ob seine Weihe mit der Vereinbarung zusammenhängt, ist unklar.

China: Erster Priester nahc Abkommen zum Bischof geweiht
Der Liturgieexperte Antonio Yao Shun ist nun neuer Bischof von Jining im Norden Chinas. Wie der vatikanische Pressedienst „Asianews“ berichtete, wurde Yao gestern in der Kathedrale von Jining geweiht. Foto: (kyodo)

Pater Antonio Yao Shun ist der erste chinesische Geistliche, der nach dem Abkommen zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik China vom September 2018 zum Priester geweiht worden ist. Der Liturgieexperte ist nun neuer Bischof von Jining im Norden Chinas. Wie der vatikanische Pressedienst „Asianews“ berichtete, wurde Yao am Montag in der Kathedrale von Jining geweiht.

Inhalt des Abkommens wurde nie veröffentlicht

„Asianews“ zufolge könnte die Weihe Yaos das Folge des Vatikan-China-Abkommens sein, dass unter anderem auch Bischofsernennungen betreffen soll. Auch wenn der genaue Inhalt des Abkommens nie publik gemacht wurde, gehen Vatikan-Experten davon aus, dass China darin das Recht des Papstes anerkennt, Bischöfe zu ernennen. Manche Gläubige sind jedoch der Auffassung, dass Papst Franziskus Pater Yao schon vor dem Abkommen ernannt habe.

Dem Vatikan zufolge soll das Abkommen mit der Volksrepublik den Grundstein für eine bessere bilaterale Zusammenarbeit legen. „Wir teilen die Hoffnung, dass dieses Abkommen einen erfolgreichen und nach vorne gerichteten Prozess des institutionellen Dialogs fördert und in positivem Sinne zum Leben der katholischen Kirche in China beitragen wird, sowie insgesamt zum Guten des chinesischen Volkes und zum Frieden auf der Welt“, hatte das päpstliche Presseamt vergangenen September erklärt.

Pater Yao war für chinesische Liturgiekomission tätig

Der 54-jährige Pater Yao wurde laut „Asianews“ 1991 zum Priester geweiht. Studiert hatte er am nationalen Priesterseminar von Peking. Von 1994-1998 spezialisierte er sich in den USA im Bereich Liturgie. Er war laut Asianews war er von 1998 bis 2004 als Sekretär in der chinesischen Liturgiekommission tätig. Danach wurde er Vize-Direktor des Gremiums, das von der Patriotischen Vereinigung und dem Rat der chinesischen Bischöfe abhängt.

Zum Abkommen zwischen dem Vatikan und China äußerten sich auch immer wieder kritische Stimmen, die bekannteste unter ihnen der Honkonger Kardinal Zen. Der 87-Jährige sprach unmittelbar nach der Bekanntgabe von einem „unglaublichen Verrat“. Dem Vatikan warf der Bischof Naivität vor und warnte gleichzeitig vor einem „Ausverkauf“ der katholischen Kirche in China.

DT/mlu

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