Würzburg

Kommentar : Es geht erst los

Dogma und Theologie werden in der Argumentation zu "Viri probati" und Frauenweihe zunehmend unwichtiger.

"Dauerbrenner" "Viri probati" und Frauenweihe
Diskussionen um "Viri probati" und Frauenweihe werden nicht abreißen. Wenn die Amazonas-Synode in Rom zu Ende ist, fängt der „Synodale Weg“ wenig später an und wird das Thema verlässlich am Kochen halten. Foto: Fabio Nascimento (Greenpeace Brazil)

Sie können das Thema Viri Probati und Frauenweihe nicht mehr hören? Dann müssen Sie jetzt stark sein: Es geht erst richtig los. Wenn die Amazonas-Synode in Rom zu Ende ist, fängt der „Synodale Weg“ wenig später an und wird das Thema verlässlich am Kochen halten. Eine ernst zu nehmende, überlieferte Positionen theologisch herausfordernde und damit indirekt vertiefende Auseinandersetzung zeichnet sich aber nicht ab. Dogma und Theologie werden in der Argumentation zunehmend unwichtiger. Jüngste Wortmeldungen jedenfalls lassen diesen Schluss zu.

Verweis auf Geschlechtergerechtigkeit kann nicht entscheidend sein

Amazonas-Bischof Erwin Kräutler etwa, wortmächtigster Verfechter der Viri Probati auf der Synode, meinte jetzt gegenüber EWTN, er sehe überhaupt keinen Grund, warum Frauen nicht zu Priesterinnen geweiht werden sollten. Im 21. Jahrhundert, wo Frauen alles werden könnten, könne die Kirche nicht zurückstehen. Der Apostelnachfolger macht sich damit noch nicht einmal mehr die Mühe, auf die von höchster Verbindlichkeit geprägten Lehrentscheidungen der Kirche oder die ihr zugrunde liegende Anthropologie einzugehen.

Der Verweis auf Geschlechtergerechtigkeit allein scheint diese Frage entscheiden zu können. Noch weiter vom überlieferten katholischen Amtsverständnis entfernt sich der Würzburger Publizist und Hochschulpfarrer Burkhard Hose. In seinem neuen, durch Kirchen-Zeitungen und -Funk gereichten Buch „Warum wir aufhören sollten, die Kirche zu retten“ schlägt er allen Ernstes vor, das Priesteramt nur noch auf Zeit zu verleihen. Darin sieht er eine adäquate Antwort auf sexuellen Missbrauch in der Kirche, der durch klerikalen Machtmissbrauch und Überhöhung des Weiheamts zustande gekommen, wenigstens begünstigt worden sei.

Argument muss von der Sakramentalität her gedacht werden

Der eine wie der andere Vorschlag krankt an einem letztlich rein funktionalistischen Amtsverständnis. Im Protestantismus kann man so problemlos argumentieren. In der katholischen Kirche hingegen führt jedes Argument, das nicht von der Sakramentalität her denkt, in die Sackgasse.