Würzburg

Kommentar: Christen im Fadenkreuz

Täglich begegnen uns Bilder der weltweiten Christenverfolgung. Neben offenen Angriffen wie Friedhofsschändungen oder Brandstiftung in Kirchen manifestiert sich Intoleranz gegenüber Christen aber auch in einer subtilen Form.

Intoleranz gegen Christen nimmt zu
Neben der offenen Fratze des Christenhasses existiert auch eine subtilere Form der Diskriminierung. Im Bild: das Schild eines Abtreibungsbefürworters bei einer Gegendemonstration zum Marsch für das Leben. Foto: Florian Schuh (dpa)

Brennende Kirchen in Chile, ermordete Priester und Diakone im Nahen Osten, staatlicher Terror in Ostasien: tägliche Bilder der weltweiten Christenverfolgung. Der Vandale von Santa Prassede, der vor drei Jahren mitten in Rom wütete, scheint dagegen vergessen   gäbe es nicht die neue Studie zur Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa. Sie ruiniert die Gewissheit, dass Christen jene Religionsfreiheit genießen, die ihnen der säkulare Staat zuspricht.

Die meisten Täter bleiben unbekannt

Hierzulande sind es Ex-Muslime, deren Leben auf dem Spiel steht. Weil Behörden die Gefahr nicht erkennen, die abgeschobenen Konvertiten droht. Priester werden bedroht, verprügelt - in Berlin-Charlottenburg sogar ermordet. Friedhofsschändung, Diebstahl und Kirchenbrandstiftung runden die traurige Normalität ab. Unter den Tätern sind Satanisten, Muslime und Vandalen. Die meisten Täter bleiben unbekannt.

Neben dieser offenen Fratze des Christenhasses existiert auch eine subtilere Note. Sie steht in der Tradition der Aufklärung. Sie spricht von Hatespeech und wendet diese selbst gegen ihre Opfer an. Sie beklagt die Intoleranz der Christen, wenn diese die LGBT-Lobby kritisieren. Sie isoliert christliche Studenten und Abtreibungsgegner. Sie setzt christliche Kandidaten von der Liste ab, weil sie sich nicht auf den Zeitgeist, sondern auf das Evangelium berufen. Die Demokratie tötet nicht wie die Diktatur. Sie ächtet, stigmatisiert und isoliert. Der säkulare Staat führt einen Krieg gegen Elternrechte. Er engt den Korridor christlicher Meinungen ein, wenn diese Minderheitenrechte verletzt. Die Erben der Französischen Revolution dulden das Christentum nur als zahnlosen Chihuahua. Ihnen ist es gelungen, dass selbst der Begriff des Abendlandes zu einer anrüchigen Phrase entleert wurde.

Endlich über Christophobie reden

Das Christentum ist selbst zu einer Minderheit geworden, eine Kirche, wie sie Joseph Ratzinger 1970 prophezeit hat. Es ist die einzige Minderheit, die sich nicht darauf berufen darf, diskriminiert zu werden. Dabei ist es längst Zeit, nach der Islamophobie endlich über Christophobie zu reden.

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