Krakau

Jeder vierte neue Priester in Europa ist Pole

Der polnische Anteil an neu geweihten Priestern in der Alten Welt bleibt mit 26 Prozent weiterhin sehr hoch. Dennoch gibt es auch im Heimatland von Johannes Paul II. mittlerweile immer weniger Berufungen.

Priesterweihe
Von den 1.272 Priestern, die 2017 in Europa geweiht wurden, stammten 350 aus Polen; das sind 26 Prozent. Symboldbild: Priesterweihe. Foto: Rolf Haid (dpa)

Je eine von vier Priesterweihen katholischer Diözesanpriester in Europa findet in Polen statt. So lautet der Befund des polnischen Instituts für Statistik der Katholischen Kirche. Von den 1.272 Priestern, die 2017 in Europa geweiht wurden, stammten 350 aus Polen; das sind 26 Prozent. Weltweit wurden im selben Jahr rund 5.800 Priester ordiniert.

Trotz dieser hohen Zahlen ist der Anteil der Polen am europäischen Priestertum zurückgegangen. Im Jahr 2013 stammten noch 30 Prozent aller neu Ordinierten aus dem Heimatland von Papst Johannes Paul II. Eine beunruhigende Tendenz gibt es bei der Zahl der Priester, die in den Laienstand zurückkehren. Von den 146 Klerikern in Europa, die 2017 ihr Priesterdasein beendeten, stammten 73 Männer aus Polen – und damit exakt die Hälfte. Der Durchschnittswert lag in den fünfzehn Jahre zuvor bei 56.

Monastische Orden halten sich besser

Eine ähnliche Tendenz lässt sich bei den Orden beobachten. Im Jahr 2009 wollten noch 251 Männer und Frauen einer Ordensgemeinschaft beitreten. 2017 hat sich die Zahl auf 177 Postulanten verringert. Ausgenommen von dieser Statistik sind die monastischen Orden, deren Zahl mit 487 Postulanten ebenfalls zurückgegangen ist, sich aber im Vergleich besser halten.

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Mutter Jolanta Olech, die Generalsekretärin der Konferenz der Generaloberen religiöser Frauenorden, verwies auf demographische Faktoren, kulturelle Veränderung und einen Verlust des Glaubens im Land. Sie nannte die Zahlen das „Signal einer Krise“. Janusz Sok, der Vorsitzende der Konferenz der Generaloberen religiöser Männerorden bezeichnete den Rückgang als „Rückkehr“ zu einer Situation, wie sie auch in der Vergangenheit anzutreffen war.

Langsame Annäherung an westeuropäische Verhältnisse

Obwohl die Entwicklungen in Polen auf eine langsame Annäherung an westeuropäische Verhältnisse hindeuten, bleiben die absoluten Zahl der Geistlichen vergleichsweise hoch. Im Jahr 2017 lebten in Polen rund 25.000 Priester, 18.000 Ordensschwestern und 12.000 Ordensbrüder. In Deutschland waren es im selben Zeitraum 13.500 Priester, 15.000 Ordensschwestern und 3.800 Ordensbrüder.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .