Würzburg

Gänswein: Nachrichten aus Deutschland schmerzen Benedikt

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. sei bedrückt von der "Gottesfinsternis" in der Kirche in Deutschland, erklärt dessen langjähriger Privatsekretär Gänswein, gegenüber der Tagespost. In Sachen Neuevangelisierung spricht er eine Warnung aus.

Gänswein: Benedikt besorgt über deutsche Kirche
"Papst Benedikt liebt die Kirche in Deutschland. Vieles von dem, was er nun von dort erfährt und erlebt, schmerzt ihn", so Erzbischof Gänswein gegenüber dieser Zeitung. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Der emeritierte Papst Benedikt leidet unter der Situation der Kirche in Deutschland. Der langjährige Privatsekretär des emeritierten Pontifex, Erzbischof Georg Gänswein, erklärte gegenüber dieser Zeitung: "Papst Benedikt liebt die Kirche in Deutschland. Vieles von dem, was er nun von dort erfährt und erlebt, schmerzt ihn. Am meisten bedrückt ihn wohl jene Gottesfinsternis, von der er schon früh und warnend zu sprechen begonnen hat."

Große Verwirrung in der Kirche in Deutschland

Es könne für Benedikt XVI. weder Genugtuung noch Trost sein, so Gänswein weiter, dass damit die Zuverlässigkeit seines prophetischen Blicks bestätigt werde. Trost finde er im Gebet für die Kirche in Deutschland.

Kritisch äußerte sich Gänswein zur Lage des Glaubens in Deutschland: In der Kirche herrsche heute "in vieler Hinsicht eine große Verwirrung", weil ein Großteil der Gläubigen kaum noch die Vorgaben des Katechismus ernst nehme und auch nicht an der Lehre der Apostel festhalte. Die Neuevangelisierung könne nicht auf Kosten der überlieferten Lehre stattfinden: "Mit einem Rabatt auf die kostbaren Heilsgüter der Kirche wird eine Neuevangelisierung, eine Glaubensvertiefung sicherlich nicht gelingen", sagte Gänswein, der auch Präfekt des Päpstlichen Hauses ist.

Gänswein stellt neues Buch vor

Erzbischof Gänswein stellt an diesem Donnerstag in Frankfurt sein im fe-medien-Verlag erschienenes aktuelles Buch "Vom Nine-Eleven unseres Glaubens" vor. Weitere Einzelheiten über die Buchvorstellung sowie Statements des Erzbischof im Exklusiv-Interview in der Ausgabe vom 24. Oktober.

DT/reg