Peoria

Fulton Sheen: Seligsprechung verzögert sich

Der amerikanische Erzbischof Fulton Sheen wird nun doch nicht am 21. Dezember seliggesprochen. Einige US-Bischöfe fordern, dass das Leben des populären TV-Predigers noch einmal eingehend erforscht werde.

Fulton Sheen: Seligsprechung verzögert sich
Fulton Sheen, im Bild bei einer Ansprache zum 400. Jahrestag der Evangelisierung der Philippinen am 2. Mai 1965 in Cebu, gewann breite Popularität durch die ab 1930 ausgestrahlte wöchentliche Radiosendung „The Catholic Hour“, später auch mit dem TV-Programm „Live Is Worth Living“... Foto: KNA

Die Seligsprechung des amerikanischen Erzbischofs Fulton Sheen verzögert sich offenbar. Wie die US-Diözese Peoria bekanntgab, ist die für den 21. Dezember angesetzte Seligsprechung auf Bitten einiger US-Bischöfe ausgesetzt worden. Darüber habe der Vatikan informiert, teilte Sheens Heimat-Diözese am Dienstag mit.

Kein neues Datum für Seligsprechung bekannt

Ein neues Datum für die Seligsprechung soll es bislang nicht geben. Stattdessen forderten einige US-Bischöfe, dass die Personalie Sheen noch einmal eingehend geprüft werde. Der Grund dafür könnte ein Klage aus dem Jahr 2007 sein, in der Sheen vorgeworfen wird, in seiner Zeit als Erzbischof von New York einen Missbrauchsfall vertuscht zu haben. Die Diözese Peoria stellte jedoch klar: „In unserem derzeitigen Klima ist es wichtig, dass die Gläubigen wissen, dass es nie Vorwürfe gab und auch jetzt nicht gibt, die Sheen mit dem Missbrauch einer minderjährigen Person in Verbindung bringen.“

Er bedauere die Entscheidung sehr und sei darüber äußerst traurig, ließ Daniel Jenky, Bischof von Peoria, mitteilen. Auch teile er die Sorge mit den vielen Gläubigen, die Sheen verehren und von der Nachricht der Verzögerung getroffen seien. Die Diözese Peoria teilte darüber hinaus mit, dass das Leben Fulton Sheens intensiv und gewissenhaft erforscht worden sei. „Zu jedem Zeitpunkt stellte sich heraus, dass er ein beispielhaftes Vorbild christlichen Verhaltens und ein Vorbild von Führungskraft in der Kirche war.“ Nie sei Sheens tugendhaftes Leben in Frage gestellt worden.

"Zu jedem Zeitpunkt stellte sich heraus,
dass er ein beispielhaftes Vorbild christlichen
Verhaltens und ein Vorbild von
Führungskraft in der Kirche war"
Diözese Peoria

Der populäre TV-Prediger sollte eigentlich am 21. Dezember in der Kathedrale der Heiligen Maria von der Unbefleckten Empfängnis seliggesprochen werden. Dort hatte er am 20. September 1919 die Priesterweihe empfangen. Bereits im Juli hatte Papst Franziskus ein auf Fürsprache von Sheen erwirktes Wunder anerkannt. Sheen gewann breite Popularität durch die ab 1930 ausgestrahlte wöchentliche Radiosendung „The Catholic Hour“, später auch mit dem TV-Programm „Live Is Worth Living“. Für das Format wurde er sogar mit dem „Emmy Award“ ausgezeichnet.

In der Diözese Peoria ist man weiter überzeugt, dass Erzbischof Sheen bald seliggesprochen wird. Zusätzliche Nachforschungen könnten das tugendhafte Verhalten Sheens nur belegen und die Berechtigung der Seligsprechung und Kanonisierung weiter stützen.

DT/mlu

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