Vatikanstadt

Früherer Glaubenspräfekt Levada verstorben

Der US-Kardinal William Joseph Levada wurde von Benedikt XVI. an die Spitze der vatikanischen Glaubenskongregation berufen. Diese leitete er von 2005 bis 2012.

Kardinal William Levada ist tot
Geboren am 15. Juni 1936 im kalifornischen Long Beach, wurde Levada mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Foto: San Francisco Archdiocese/handou (epa)

Der frühere Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, ist tot. Der gebürtige US-Amerikaner starb am Donnerstag im Alter von 83 Jahren, wie der Vatikan mitteilte. Levada leitete die Glaubenskongregation von 2005 bis 2012 als Nachfolger von Joseph Ratzinger. Kurz nach seiner Wahl zum Papst berief er Levada an die Spitze der einflussreichen Vatikanbehörde.

Einziger US-Amerikaner in der Kommission für den Katholischen Weltkatechismus

Geboren am 15. Juni 1936 im kalifornischen Long Beach, wurde Levada mit 25 Jahren zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Pfarrseelsorger und als Theologiedozent in Los Angeles. Promoviert wurde er mit der Arbeit „Unfehlbares kirchliches Lehramt und natürliches Sittengesetz“.

Nach rund siebenjähriger Tätigkeit als Sachbearbeiter in der Glaubenskongregation wurde Levada 1983 Weihbischof in Los Angeles. Im August 1995 machte Johannes Paul II. ihn zum Erzbischof-Koadjutor von San Francisco, wo er wenige Monate später die Nachfolge des kranken John Raphael Quinn antrat. Als einziger US-Amerikaner gehörte Levada der Kommission für den Katholischen Weltkatechismus an. Zudem arbeitete er in der amerikanisch-vatikanischen Kommission zur Erstellung von Normen nach dem Missbrauchsskandal mit.

Mit Aufarbeitung der Missbrauchsskandale betraut

Dieses Thema beschäftigte Levada auch nach seinem Wechsel nach Rom. Als Irland, Deutschland und andere Ortskirchen von Skandalen erschüttert wurden, lag es an seiner Behörde, verbindliche Normen zu präzisieren, bestehende Richtlinien zu veröffentlichen und weltweit umzusetzen.

Mit Levadas Tod hat das Kardinalskollegium noch 212 Mitglieder. Anfang Oktober nimmt Papst Franziskus 13 neue Mitglieder auf; gleichzeitig scheiden andere aus Altersgründen aus dem Kreis der Papstwähler aus. Ab Mitte Oktober sind voraussichtlich 124 der dann 225 Kardinäle unter 80 Jahre alt und damit in einem Konklave stimmberechtigt. Von den 14 US-Kardinälen sind 9 Papstwähler.

DT/mlu/KNA

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