Würzburg

Ein Exorzist spricht über Wesen und Wirken des Teufels

Der Teufel ist viel mehr als eine "symbolische Realität", sagt Christoph Casetti. Gegenüber der "Tagespost" berichtet der Schweizer Exorzist von direkten Erfahrungen mit dem Bösen.

Exorzismus-Konferenz in Cork
Der Exorzismus gehört zum Kerngeschäft der Kirche, sagt Christoph Casetti. Foto: Alexander Brüggemann (KNA)

Der Schweizer Exorzist Christoph Casetti fordert von den Bischöfen mehr Einsatz im Kampf gegen den Teufel. „Das Kirchenrecht sieht vor, dass die Bestellung von Exorzisten Kompetenz der Bischöfe ist und diese Hausaufgabe sollten sie machen“, sagt der Churer Dompropst im Interview mit der „Tagespost“. Kritik äußerte Casetti insbesondere an einer mangelnden Aufmerksamkeit für das Thema in Deutschland. „Leute, die Hilfe suchen, fahren nach Polen, nach Südtirol, bis nach Italien oder kommen in die Schweiz. Ich finde das einfach nicht in Ordnung.“

Casetti widerspricht Idee eines „symbolischen Teufels“

Als ursächlich für die ablehnende Haltung gegenüber dem Befreiungsdienst bezeichnete Casetti einerseits die Erfahrung des „Falls Klingenberg“, bei dem im Jahr 1976 die 24-jährige Anneliese Michel starb, nachdem an ihr mehrfach der Exorzismus vollzogen wurde. „Andererseits trägt auch die ganze Theologie an den Universitäten in den letzten Jahrzehnten dazu bei.“ Diese sei „geprägt von der historisch-kritischen Methode, von der Entmythologisierung“, so der Domherr.

Eine weitere Folge dieser Entwicklung sei die Ansicht, dass es sich beim Teufel um eine bloß  symbolische Macht handle. Diese hatte jüngst der Jesuitengeneral Arturo Sosa Abascal vertreten und damit große Aufmerksamkeit erzeugt. Casetti wandte sich nun eindeutig gegen solche Vorstellungen. Im Gespräch mit der „Tagespost“ berichtete er aus seiner persönlichen Erfahrung als Exorzist von mehreren Beispielen, in denen sich der Teufel und Dämonen in der sichtbaren Welt gezeigt hatten.

DT/kma

Wie der Teufel in das Leben von Menschen eingreift und wie der Befreiungsdienst der Kirche vonstatten geht, lesen Sie im Interview mit Christoph Casetti in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.