Trier

Bistum Trier stoppt Projekt der Großpfarreien

Zum 1. Januar 2020 wird es im Bistum Trier keine neuen Pfarreien und Kirchengemeinden geben, kündigt der Generalvikar des Bistums an. Damit reagiert man auf eine Intervention des Vatikans, der das Projekt prüfen will.

Keine Pfarreienreform im Bistum Trier
Der Grund für den Schritt ist eine Entscheidung der vatikanischen Kleruskongregation. Diese hatte das Umsetzungsgesetz vergangenen Donnerstag ausgesetzt, um es vom Päpstlichen Rat für die Gesetzestext prüfen zu lassen Im Bild: Teilnehmer einer Kundgebung der Initiative "Kirchenge... Foto: Harald Tittel (dpa)

Im Bistum Trier wird es vorerst keine Großpfarreien geben. Von einer Errichtung von neuen Pfarreien und Kirchengemeinden zum 1. Januar 2020 sehe man ab, erklärte der Generalvikar des Bistums, Ulrich Plettenberg, am Dienstagabend. Bischof Stephan Ackermann werde die versandten Dekrete zur Aufhebung der bisherigen Pfarreien, Kirchengemeinden, Pfarreiengemeinschaften und Kirchengemeindeverbände zurücknehmen. Gestoppt seien auch die geplanten Wahlen zu Gremien der Großpfarreien.

Vatikan interveniert nach Beschwerden von Priestern und Katholiken im Bistum

Der Grund für den Schritt ist eine Entscheidung der vatikanischen Kleruskongregation. Diese hatte das Umsetzungsgesetz vergangenen Donnerstag ausgesetzt, um es vom Päpstlichen Rat für die Gesetzestext prüfen zu lassen. Interveniert hatte der Vatikan nach Beschwerden einer Gruppe von Priestern und mehrerer Katholiken aus dem Bistum. Generalvikar Plettenberg nannte die Entscheidung des Vatikan eine „starke Intervention“.

Derzeit prüfe man, welche weiteren Konsequenzen die Aussetzung habe und welche Maßnahmen zu ergreifen seien. „Wir werden mit dieser schwierigen und für viele Menschen belastenden Situation konstruktiv umgehen“, so Plettenberg. Man sei weiter überzeugt, „eine den aktuellen Herausforderungen angemessene Vision zu haben, die für das seelsorgliche Handeln leitend sei“.

Bischof Ackermann will sich am Wochenende äußern

Der Trierer Generalvikar kündigte auch eine zeitnahe Stellungnahme von Bischof Ackermann an. Dieser werde sich am Wochenende mit einem geistlichen Wort an die Gläubigen im Bistum richten. Deren Engagement für eine diakonische, missionarische und lokale Kirchenentwicklung wolle man weiter fördern. „Wir wissen uns der Erneuerung des kirchlichen Lebens in unserem Bistum Trier verpflichtet und wollen diese im Einklang mit der Kleruskongregation und dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte angehen“, erklärte Plettenberg.

Was das weitere Vorgehen im Bistum Trier angehe, so bat der Generalvikar um Geduld. Solange es keine Entscheidung aus Rom gebe, könne man keinen neuen Zeitplan anbieten. Die Bistumsreform zielte darauf ab, die derzeit 887 kleinen Pfarreien, die bereits 172 Gemeinschaften bilden, zu 35 Großpfarreien zusammenzulegen. Die ersten 15 dieser „Pfarreien der Zukunft“ sollten im Januar starten, die weiteren 20 sollten ein Jahr später folgen.

DT/mlu

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