Fulda

Bischof Jung: Synodalen Weg „ergebnisoffen“ angehen

Für den bald beginnenden Dialogprozess wünscht sich der Würzburger Bischof ein „geistliches Abwägen“. Dann könnten sich „ganz neue Lösungen abzeichnen als die bisher diskutierten Alternativen“.

Bischof Franz Jung zum "Synodalen Weg"
Er habe Verständnis für die Ungeduld vieler Frauen, die eine stärkere Beteiligung in der katholischen Kirche fordern, erklärte der Würzburger Bischof Jung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Für den Würzburger Bischof Franz Jung geht es beim im Dezember beginnenden „Synodalen Weg“ um „Ergebnisoffenheit“, die Neues und Anderes zu denken zulasse. „Das ist keine Einbahnstraße, sondern gilt für alle Beteiligten“, so Jung laut Berichten der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA) am Donnerstag während der Wallfahrt des Würzburger Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) in Fulda.

Aufeinanderprallen vorformulierter Forderungen vermeiden

Jung erhofft sich zudem, dass der „Synodale Weg“ in einer „geistlichen Atmosphäre“ stattfinde und dabei nicht vorformulierte Forderungen unversöhnt aufeinanderprallten, „sondern dass es zu einem geistlichen Abwägen kommt, bei dem sich am Ende vielleicht sogar ganz neue Lösungen abzeichnen als die bisher diskutierten Alternativen“.

Er habe Verständnis für die Ungeduld vieler Frauen, die eine stärkere Beteiligung in der katholischen Kirche fordern, erklärte der Würzburger Bischof weiter. „Ich weiß, dass diese Diskussion vielen Frauen zu lange dauert, und ich kann ihre Ungeduld nachvollziehen.“ Gleichzeitig wisse er, wie schwer es sein werde, einen Konsens in der Frage zu finden. Eine schnelle Lösung sei daher nicht möglich. „Denn die angesprochene Fragestellung berührt viele grundsätzliche Themen unseres Glaubens, die ebenso berücksichtigt werden müssen.“

Möglichkeiten auslösen, Frauen in der Kirche zu stärken

Jung ist aber auch der Meinung, dass man schon jetzt Möglichkeiten ausloten müsse, wie man die Stellung und Mitverantwortung von Frauen in der Kirche in Deutschland stärken könne. Zudem müsse man ein Problembewusstsein schaffen, „sodass diese Fragestellung, der wir derzeit in der deutschen Kirche nicht ausweichen können, auch auf weltkirchlicher Ebene Beachtung findet und der Erörterung für wert befunden wird“.

Indes soll das weitere Vorgehen bezüglich des von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angestoßenen Reformprozesses heute und morgen im Rahmen einer Konferenz beschlossen werden. Teilnehmen werden daran Vertretern der DBK wie auch des ZdK.

DT/mlu/KNA

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