Würzburg/Vatikanstadt

Baldisseri weist Kritik an Instrumentum laboris zurück

Kritik ist gut und legitim, sagt Kardinal Lorenzo Baldisseri. Den Häresie-Vorwurf gegen das Arbeitspapier der Amazonas-Synode möchte er jedoch nicht akzeptieren.

Lorenzo Baldisseri
Kritik ist gut und legitim, sagt Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode. Foto: Cristian Gennari (KNA)

Kardinal Lorenzo Baldisseri hat die Kritik am Arbeitspapier zur Amazonas-Synode zurückgewiesen. Das sogenannte "Instrumentum laboris" sei weder ein päpstliches Dokument noch Teil des Lehramts, sagte der Generalsekretär der Bischofssynode laut Medienberichten am Donnerstag. Das Dokument sei als Stimme der Christen in den Gebieten am Amazonas zu verstehen.

Baldisseri würdigt kritische Stimmen

In den zurückliegenden Wochen hatten hochrangige Kirchenvertreter scharfe Kritik am Arbeitspapier geübt, unter ihnen die deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller. Nach ihrer Auffassung vertrete das Dokument häretische Positionen. Baldisseri habe Kritik nach den Medienberichten nicht grundsätzlich abgelehnt, diese sei gut und willkommen. Den Vorwurf, mit dem Instrumentum laboris würden Änderungen der Lehre propagiert, wies er jedoch zurück. Das Arbeitspapier sei nicht mehr als eine Diskussionsgrundage, so der Kardinal.

Baldisseri äußerte sich bei einer Pressekonferenz zur Vorbereitung auf die ab Sonntag stattfindende Bischofssynode. Bis zum 27. Oktober beraten dort insgesamt 362 Teilnehmer, unter ihnen 185 stimmberechtigte Synodenväter, über Lage und Zukunft der Kirche in Amazonien. Präsident der Synode ist formell Papst Franziskus persönlich. Die Organisation obliegt dem dauerhaft amtierenden Generalsekretär.

DT/kma