Regensburg

Alle öffentlichen katholischen Gottesdienste abgesagt

Nun hat auch das Bistum Regensburg bekanntgegeben, keine öffentlichen Gottesdienste mehr zu veranstalten. Der Generalvikar mahnt alle Seelsorger, die Anordnungen der vergangenen Tage ernst zu nehmen. Es werde aber nicht alles „auf Null“ gesetzt.

Regensburg setzt öffentliche Gottesdienste aus
Am Montag hatte die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern neue strenge Leitlinien zur Eindämmung des Coronavirus vereinbart und auch Zusammenkünfte in Kirchen verboten. Im Bild: Die Theatinerkirche in München. Foto: Marc Müller (dpa)

In Deutschland sind jetzt alle öffentlichen katholischen Gottesdienste aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Als letztes der 27 Bistümer setzte Regensburg das jüngst erlassene staatliche Verbot in einer Mitteilung an die Seelsorger um. Bislang hatte es im Bistum Regensburg noch keine verbindliche Entscheidung über die Sonntagsmessen gegeben.

Bestimmungen gelten auch für Osterliturgie

In der Mitteilung an die Pfarrer und Pfarradministratoren des Bistums schrieb der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs, dass nach den verschärften bundesweiten Bestimmungen zwar in jeder Pfarrei weiterhin eine Messe stattfinde, „aber ohne Öffentlichkeit“. Gegebenenfalls könnten Gottesdienste mit Kaplan, Pfarrvikar, Diakon, Pastoralreferent oder anderen Personen zelebriert werden, „die das Kirchenvolk repräsentieren“. Darüber hinaus könnten jedoch keine weiteren Personen anwesend sein.

Die Bestimmungen würden auch für die Osterliturgie gelten, so Generalvikar Fuchs weiter: „Wir feiern sie, aber nicht öffentlich, die Gläubigen beten zuhause mit.“ Ebenso seien von nun an Beichten im Beichtstuhl „wegen der großen Gefahr von Virenübertragungen“ nicht möglich. Dabei gehe es weniger um den Beichtpriester als um die Beichtenden, „die an einem Platz niederknien, wo die Plastikfolie oder an der glatten Oberflächen vorher von möglicherweise Infizierten kontaminiert sein könnte“.

Schmerz als Zeichen des katholischen Empfindens

Darüber hinaus mahnt Fuchs alle Seelsorger im Bistum, die Anordnungen der vergangenen Tage ernst zu nehmen und umzusetzen. Er könne den Schmerz über die Einschränkungen und die gefühlte Widersprüchlichkeit zu vielen kirchlichen Wesensgemeinschaften sehr gut nachvollziehen. „Dieser Schmerz ist ein Zeichen des katholischen Empfindens.“ Jedoch sei vieles derzeit einfach nicht möglich. „Zu viele menschliche Begegnungen sind eine Gefahr, nicht nur und gar nicht in erster Linie für den Pfarrer oder die Gemeindereferentin, sondern für die gefährdeten Personen, denen wir oder andere die Viren weitertragen könnten“, so der Generalvikar.

Gleichzeitig betonte Fuchs aber auch, dass nicht einfach „alles auf Null“ gesetzt werde: „Gerade in solchen Notzeiten sind wir Kirche und handeln als Christen, suchen und vertiefen verantwortbare Formen des christlichen Gebets und der geistlichen Gemeinschaft, der gegenseitigen Hilfe und der Begegnung mit Gott.“

Am Montag hatte die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern neue strenge Leitlinien zur Eindämmung des Coronavirus vereinbart. Demnach sollten unter anderem „Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften“ verboten werden.

DT/mlu

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