Cordoba

6. Januar: Die heilige Rafaela Maria Porras y Ayllón

„Wir müssen in Gott sein und von ihm alles empfangen“, lautete das Lebensmotto der heiligen Rafaela Maria Porras y Ayllón.

Die heilige Rafaela Maria Porras y Ayllón.
Die heilige Rafaela Maria Porras y Ayllón. Foto: IN

Vor zehn Jahren, vor der Generalaudienz am 20. Januar 2010, segnete Papst Benedikt XVI. im Vatikan eine Statue der heiligen Rafaela Maria Porras y Ayllón, Gründerin der Kongregation der „Esclavas del Sagrado Corazón de Jesús“ (deutsch: Mägde des Heiligsten Herzens Jesu). Diese ist heute in Europa, Amerika, Asien und Afrika verbreitet und widmet sich der Bildung vor allem armer Kinder und Jugendlicher. Grundlage ihrer Arbeit ist der Glaube an die Erlösung durch Christus: „Wir fühlen uns der sündigen Menschheit zugehörig und haben teil an der ungeschuldeten Erlösung. So wollen wir mit Ihm, durch Ihn und in Ihm zur Versöhnung der Menschen untereinander und mit Gott beitragen, damit die Schöpfung, in den Dienst des Menschen gestellt, zum Abglanz der göttlichen Herrlichkeit wird“, heißt es in den Konstitutionen der Kongregation.

Für den Schutz und die Förderung des Lebens

Gemeinsam mit anderen Menschen setzen die Schwestern sich „für den Schutz und die Förderung des Lebens“ ein, indem sie „die Bildung zur Solidarität, zur Achtung der Menschenrechte, zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ fördern.

Zentraler Punkt ihrer Spiritualität ist die eucharistische Anbetung, „damit alle, die an ihr teilnehmen, die Liebe Jesu Christi erfahren und sich gesandt fühlen zum Aufbau einer gerechteren und brüderlicheren Welt“. Paul VI. sagte bei ihrer Heiligsprechung am 23. Januar 1973: „Für sie wäre ein von der heiligen Pflicht zur eucharistischen Anbetung losgelöstes apostolisches Werk undenkbar gewesen.“ Der Gedenktag der heiligen Rafaela Maria ist der 6. Januar.

Rafaela Maria Porras y Ayllón wurde am 1. März 1850 in dem andalusischen Dorf Pedro Abad bei Córdoba in einer wohlhabenden Familie geboren. Bereits mit vier Jahren verlor sie ihren Vater, mit neunzehn Jahren auch die Mutter. Zusammen mit ihrer einzigen Schwester Dolores und gegen den Willen der Brüder wandte sie sich daraufhin dem religiösen Leben zu und unterstützte die Armen in ihrem Ort. 1874 zogen beide sich in ein Klarissenkloster zurück, um im Schweigen und Gebet zu erkennen, wo ihre Berufung lag.

Ständiger Reibungspunkt waren ignatianische Regeln

Noch im selben Jahr traten sie zusammen in das französische Institut der „Soeurs de Marie-Réparatrice“ ein, das in Sevilla eine Niederlassung besaß. Von hier aus hatte der Bischof von Córdoba einige Schwestern in seine Stadt kommen lassen; der Klosterbau wurde von Dolores und Rafaela Maria finanziert. Schnell fanden sich 21 spanische Novizinnen ein.

Als die französischen Schwestern im Jahr darauf zusammen mit einigen Novizinnen nach Sevilla zurückkehrten, wurde Rafaela Maria von der Diözesankurie von Córdoba zur Oberin der verbliebenen sechzehn Novizinnen ernannt.

Ein ständiger Reibungspunkt waren ignatianische Regeln, die Rafaela Maria der Gruppe gegeben hatte und die nicht die volle Zustimmung der Kurie fanden. So siedelte die Gemeinschaft 1877 nach Madrid über, wo sie mit Approbation des Heiligen Stuhls das neue Institut der „Esclavas del Sagrado Corazón de Jesús“ gründeten.

Rafaela Maria wurde als Oberin bestätigt. Sie legte am 4. November 1888 die ewigen Gelübde ab und nahm den Ordensnamen „Rafaela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu“ an. Schnell verbreitete sich das Institut, das bereits vier Jahre später neun Ordenshäuser besaß, darunter eines in Rom.

Klima des Misstrauens und der Feindseligkeit

Während der Orden florierte, bildete sich um die Gründerin herum ein Klima des Misstrauens und der Feindseligkeit. Um ihr Werk nicht zu gefährden, trat Rafaela Maria 1893, mit nur 43 Jahren, vom Amt der Generaloberin zurück und lebte bis zu ihrem Tod als einfache Schwester, im Gehorsam gegenüber wechselnden Oberinnen. Sie ertrug die Demütigung, keine Aufgaben anvertraut zu bekommen ebenso, wie eine schmerzhafte Gelenkerkrankung an einem Bein, die sie die letzten acht Jahre ihres Lebens begleitete.

„Wir müssen in Gott sein und von ihm alles empfangen“, lautete ihr Lebensmotto. Rafaela Maria starb am Hochfest der Epiphanie, dem 6. Januar 1925, im römischen Kloster ihrer Kongregation bei der Kirche „Sacro Cuore di Gesu“, wo sie heute unter dem Altar einer ihr geweihten Seitenkapelle ruht.