Abschied von Passau

Wilhelm Schraml als Bischof feierlich verabschiedet

Passau (DT/KNA) Mit einem feierlichen Gottesdienst im Dom hat sich der emeritierte Bischof von Passau, Wilhelm Schraml, am Sonntagnachmittag offiziell von den Gläubigen seines Bistums verabschiedet. Papst Franziskus hatte den 78-Jährigen im September von der Leitung der Diözese Passau entpflichtet. An der Feier nahmen viele Vertreter des öffentlichen Lebens teil, darunter mehrere bayerische Bischöfe. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx würdigte Schraml als leidenschaftlichen Seelsorger. Mit wachen Augen und offenen Ohren habe dieser für eine „lebensnahe Pastoral im Zeichen des Dabeiseins“ gestanden. Kraftvoll habe er sich in den 27 Jahren als Bischof in familienpolitische Debatten eingebracht und zugleich die Liturgie als „Kraftquelle für das Leben in der Kirche im Blick“ gehabt.

Schraml sagte, er habe in Passau eine „lebendige Glaubensgemeinschaft kennen- und schätzen gelernt“. Im Rückblick auf sein Wirken als Bischof sprach er auch von „Stunden des Ringens“. Schramls Rücktritt als Bischof war bereits zum 1. Oktober 2012 erfolgt. Seither ist der Passauer Bischofsstuhl vakant. Papst Benedikt XVI. beauftragte ihn damals aber, das Bistum als „Apostolischer Administrator“ übergangsweise weiter zu leiten. Die Ernennung eines Nachfolgers steht aus.

In Kirchenkreisen wird damit gerechnet, dass sie noch in diesem Jahr erfolgt. Der 1935 im oberpfälzischen Erbendorf geborene Schraml empfing 1961 die Priesterweihe in Regensburg. Nach Jahren als Pfarrer und Diözesan-Präses der Kolpingfamilie wurde er 1983 Domkapitular und 1986 Weihbischof in Regensburg. Im Dezember 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Passau. Der Besuch von Benedikt XVI. in Altötting und Marktl am Inn im September 2006 zählte zu den Höhepunkten seiner Amtszeit.

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