Abrechnung mit Bischof Schwarz

Klagenfurt (DT/sb) Eine vernichtende Bilanz der 17 Kärntner Bischofsjahre von Alois Schwarz hat das Domkapitel der Diözese Gurk-Klagenfurt gezogen. „Konkret sorgt die Beziehung des Bischofs zur früheren Leiterin des Bildungshauses St. Georgen bis heute für Gerede, Gerüchte und Spekulationen“, heißt es in einer Stellungnahme, die Engelbert Guggenberger als Dompropst – wegen einer römischen Intervention nicht als Diözesanadministrator – verlas. „Bischof Schwarz war durch dieses Abhängigkeitsverhältnis vom Gutdünken und von den Launen dieser seiner Vertrauten geleitet und bestimmt. So wurde dem Ansehen des Bischofsamtes und dem Ruf der Kirche in Kärnten über Jahre Schaden zugefügt.“ Der heutige Bischof von St. Pölten sei aufgrund seiner Lebensführung in seiner Amtsführung beeinträchtigt gewesen, „weil er für Priester im Zusammenhang mit der Zölibatsverpflichtung erpressbar war“. Vorwürfe erhebt das Domkapitel gegen seinen früheren Bischof auch auf wirtschaftlicher Ebene: Es habe seit Jahren keine Wirtschaftsprüfung des Mensalgutes gegeben, aber „eine massive Steigerung der Verluste“. Guggenberger, bis Juni Generalvikar von Schwarz, informierte die Öffentlichkeit, „dass an Bischof Schwarz Regressforderungen gestellt werden“. Ausdrücklich kritisierte er, dass Rom der Diözesanleitung verbot, den Abschlussbericht zum Mensalgut zu veröffentlichen, Schwarz jedoch „entgegen der Faktenlage“ behauptet habe, „dass ihn der Bericht von Misswirtschaft im Bischöflichen Mensalgut freispreche“.

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