Zollitsch erwartet zügiges Verfahren für Metzger

Freiburg (DT/KNA) Das Erzbistum Freiburg strebt eine baldige Seligsprechung des von den Nationalsozialisten hingerichteten katholischen Geistlichen Max Josef Metzger (1887–1944) an. „Ich gehe davon aus, dass Metzger bald als Märtyrer seliggesprochen wird“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch am Montag in Freiburg. Das dazu nötige kirchliche Verfahren werde auf Bistumsebene im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen. Die letzte Entscheidung fällt danach im Vatikan. Mit einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass eine verstorbene Person Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Der Seligsprechung kann eine Heiligsprechung folgen. Erst dann darf die betreffende Person offiziell weltweit verehrt werden. Der am 3. Februar 1887 geborene Freiburger Diözesanpriester gilt als Pionier der Friedensbewegung und setzte sich früh für die Ökumene unter den christlichen Kirchen ein. Er wurde am 17. April 1944 nach einem Schauprozess unter Leitung des Präsidenten des Volksgerichtshofs, Roland Freisler, wegen Hochverrats und Feindbegünstigung als Volksverräter und Kritiker des Nationalsozialismus hingerichtet. Der promovierte Theologe und Priester hatte zuvor unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges und gesellschaftlicher sowie wirtschaftlicher Krisen der 1920er und 1930er Jahre eine Missionsgesellschaft und eine ökumenische Bruderschaft gegründet. Die Abkehr vom Nationalismus sowie vom Rassen- und Klassenkampf bezeichnete Metzger als einzigen Weg zu einem dauerhaften inneren und äußeren Frieden. Wiederholt kam er danach mit dem NS-Regime in Konflikt. Er wurde vor allem wegen seiner pazifistischen Ideen, seiner öffentlich geäußerten Zweifel am „Endsieg“ der Nationalsozialisten und seiner Vision von einem vereinten, christlich fundierten Europa zum Tode verurteilt. 1939, während seiner zweiten Verhaftung unter der NS-Diktatur, bat Metzger Papst Pius XII. um Einberufung eines ökumenischen Konzils mit dem Ziel, die Trennung der Christenheit zu überwinden. Aktuelle Bezüge lassen sich auch zu seiner frühen Kapitalismuskritik herstellen: Geldsucht drücke dem Zeitalter des Kapitalismus den Stempel auf, so Metzger. Max Josef Metzger hinterließ eine Fülle von Aufsätzen, Gedichten und Liedern.