„Zeugnis geben für gerechten Frieden“

Kardinal Marx würdigt deutsch-polnische Beziehungen bei Bischofstreffen in Gleiwitz

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki (l.), und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (r.) beten bei der deutsch-polnischen Eucharistiefeier in der Kathedrale in Gleiwitz. Foto: KNA
Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki (l.), und der Vorsitzende der Deutschen B... Foto: KNA

Gleiwitz (DT/KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die deutsch-polnischen Beziehungen gewürdigt. Daran Anteil hätten nicht nur für die vielen prominenten Persönlichkeiten, die täglich im Rampenlicht stünden, sagte Marx dem vorab verbreiteten Redemanuskript zufolge am Sonntagabend im polnischen Gliwice (Gleiwitz). Auch Jugendliche, Mitglieder von Kirchengemeinden und Partnerschaftsinitiativen bemühten sich um den Dialog.

Marx äußerte sich bei einem gemeinsamen Gottesdienst von polnischen und deutschen Bischöfen, der an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnerte. Ein von den Deutschen fingierter Überfall auf den Rundfunksender in Gleiwitz am 31. August 1939 war einer von mehreren Episoden, die Adolf Hitler als Vorwand für den von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg dienten. Der Krieg begann am 1. September 1939 mit dem Angriff auf Polen. Marx räumte ein, „dass der Weltkrieg damals von der Kirche in unserem Land nicht als Unrecht geächtet wurde“. Umso wichtiger sei es heute, dass sich Kirchen und Religionen nicht instrumentalisieren ließen. „Die aktuellen Erfahrungen von Krieg, Terror, Gewalt im Irak, Syrien und auch in der Ukraine fordern uns als Christen heraus, ein engagiertes Zeugnis zu geben für einen gerechten Frieden und die Achtung der Würde des Menschen“, sagte Marx.

Der Gottesdienst bildete den Auftakt der bis Dienstag dauernden Begegnung zwischen den deutschen und polnischen Bischöfen.