Zahl der Protestanten in Deutschland rückläufig

Hannover (D/KNA) Erstmals seit Jahrzehnten ist die Zahl der Protestanten in Deutschland unter 25 Millionen gesunken. Ende 2007 hatten die evangelischen Landeskirchen 24, 83 Millionen Mitglieder, das sind 269 000 oder 1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie aus einer am Montag in Hannover veröffentlichten Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht. Zur katholischen Kirche gehörten zum gleichen Zeitpunkt 25, 46 Millionen Gläubige. Damit sind gegenwärtig 31, 0 Prozent aller Deutschen katholisch und 30, 2 Prozent evangelisch. Die EKD-Statistik weist bei der Zahl der Kirchenmitglieder in den einzelnen Bundesländern ein starkes Gefälle zwischen West und Ost sowie zwischen Süd und Nord aus. Während im Saarland noch 84,6 Prozent der Menschen einer der beiden großen Kirchen angehörten, seien es in Hamburg weniger als die Hälfte (41 Prozent) und in Sachsen-Anhalt nur noch knapp ein Fünftel, hieß es. Am stärksten in der Minderheit sind die Christen in Brandenburg (20, 9 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (21, 2 Prozent). Der Anteil der Protestanten an der Bevölkerung in Deutschland ist wie der der Katholiken seit Jahren rückläufig. Im Jahr 1997 gab es noch fast 27, 4 Millionen evangelische Christen. Den jüngsten Zahlen zufolge sind Frauen weiterhin stärker kirchlich gebunden als Männer. 55 Prozent der Kirchenmitglieder sind Frauen, aber nur 51 Prozent der Bevölkerung. Zurückzuführen sei dies darauf, dass Männer häufiger aus der Kirche austräten und Frauen eine höhere Lebenserwartung hätten.