Woelki lässt Wohnung verkleinern

Berliner Kardinal zieht am 15. September nach Köln – Erzbischöfliches Haus wird saniert

Köln (DT/KNA) Der Berliner Kardinal und künftige Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki wird am 15. September an seinen neuen Wirkungsort ziehen. Vor Woelkis Einführung am 20. September wird das Erzbischöfliche Gebäude in der Kardinal-Frings-Straße saniert. Es sei die erste umfassende Instandsetzung des Hauses seit dem Einzug von Kardinal Joachim Meisner 1989, sagte der Finanzdirektor des Erzbistums, Hermann Josef Schon, am Mittwoch vor Journalisten in Köln.

Dass die Arbeiten erforderlich werden würden, sei lange absehbar gewesen. So hätten sich in der letzten Zeit Wasserrohrbrüche gehäuft, sagte der Finanzchef. Zudem seien Haustechnik, Heizung und Lüftungsanlage unter energetischen Aspekten überholungsbedürftig. Dabei gebe es bis auf die behindertengerechte Umgestaltung einer Toilette keine nennenswerten Umbauten. Doch da die Maßnahmen mit viel Lärm und Schmutz verbunden seien, habe man den Wechsel im Amt des Erzbischofs abgewartet. Die voraussichtlichen Kosten in Höhe von gut 1, 45 Millionen Euro seien bereits seit längerem im Bistumshaushalt eingeplant, sagte Schon.

Die Privatwohnung des Erzbischofs im ersten Stock bleibt vom Grundriss her wie bei Kardinal Meisner, wird aber von ehemals 260 auf 160 Quadratmeter reduziert. Meisner hatte in den Räumen seinen Kaplan und mehrere Ordensschwestern untergebracht. Woelki dagegen werde weder einen Kaplan noch eine Haushälterin haben, sondern seinen Haushalt weitgehend selbst führen, sagte Bistumssprecher Christoph Heckeley. Die frei werdenden Räume wurden als zwei größere Wohnungen abgetrennt. Wer dort einziehen wird, sei noch unklar. Woelki richte seine Drei-Zimmer-Wohnung plus Arbeitszimmer ganz nach eigenem Geschmack ein, sagte der Leiter der Bauabteilung Achim Schmitz. Die Küche habe er bereits bestellt, die meisten Möbel werde er von Berlin mitbringen und bei Bedarf ergänzen. Sein Badezimmer habe eine „ganz gewöhnliche“ Ausstattung mit einer eher kleinen, weißen Badewanne, berichtete der Architekt. Woelki zahlt laut Schon keine Miete, versteuert aber deren Gegenwert.

Auch in Berlin, wo Woelki in einer Dachwohnung im Stadtteil Wedding wohnte, verzichtete er auf Hausangestellte. Zunächst hatte er bei seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren einen Kaplan als Sekretär von Kardinal Georg Sterzinsky übernommen, sagte der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, auf Anfrage. Später standen ihm stattdessen eine Sekretärin, ein Referent und eine Büroleiterin zur Seite. Diese wird Woelki nach Köln mitbringen, sagte Heckeley. Die Büroleiterin ziehe mit ihrer Familie von der Spree an den Rhein. Die Aufgaben eines Zeremoniars werde wie auch zuvor in Berlin zumeist Woelkis Fahrer übernehmen.