Wissenschaft und Glaube

Vatikan veranstaltet Konferenz zur Stammzellforschung

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan will im Herbst eine internationale Konferenz zum Thema adulte Stammzellen veranstalten. Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, stellte die Planungen für den Kongress vom 9. bis zum 11. November am Donnerstag im Vatikan vor. Organisatoren der Tagung sind die Abteilung „Wissenschaft und Glauben“ des Rates sowie ein US-Pharmaunternehmen. Die Kirche wolle auf dem Gebiet der medizinischen Forschung nicht als Nein-Sager auftreten, sondern positive Orientierung bieten, betonte Ravasi. Die Forschung an adulten Stammzellen etwa komme ohne Praktiken aus, die der christlichen Ethik widersprächen. Im Gegensatz zur Forschung an embryonalen Stammzellen, die zur Tötung früher menschlicher Embryonen führt, befürwortet der Vatikan die wissenschaftliche Nutzung von adulten Stammzellen. Diese können etwa aus Nabelschnurblut oder durch eine Punktion des Beckenknochens gewonnen werden. Die regenerative Medizin sei ein sehr dynamischer Wissenschaftszweig, der unweigerlich ethische und philosophische Fragen aufwerfe, so der Kardinal weiter.

Die Konferenz solle einen solchen Dialog zwischen Wissenschaft und Glauben fördern. Nach Angaben des Leiters der Abteilung „Wissenschaft und Glauben“ des Kulturrates, Tomasz Trafny, soll der Kongress den Forschungsstand und die klinischen Anwendungsmöglichkeiten der adulten Stammzellforschung präsentieren. Eingeladen seien neben Wissenschaftlern und Kirchenleuten auch die Gesundheitsminister interessierter Länder. An der Konferenz mit dem Titel „Adulte Stammzellen: Die Wissenschaft und die Zukunft des Menschen und der Kultur“ sind von vatikanischer Seite auch der päpstliche Gesundheitsrat und die Päpstliche Akademie für das Leben beteiligt. Mitorganisator ist das US-Pharmaunternehmen NeoStem, mit deren Stiftung, der „Stem for Life Foundation“, der Kulturrat vor einem Jahr eine Kooperation vereinbarte.