Williamson soll 12 000 Euro Geldstrafe zahlen

Regensburg (DT/KNA) Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den britischen Traditionalisten Richard Williamson Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Williamsons Anwalt bestätigte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk am Montag, sein Mandant solle eine Geldstrafe von 12 000 Euro zahlen. Die Widerspruchsfrist ende am 9. November. Dann wäre der Strafbefehl rechtskräftig und der Brite gälte in Deutschland als vorbestraft. Bei einem Einspruch käme es zu einer mündlichen Verhandlung über die Vorwürfe. Es läge dann im Ermessen der Richter, ein persönliches Erscheinen des Beschuldigten anzuordnen, erläuterte ein Justizsprecher. Williamson, Bischof der vom Vatikan nicht anerkannten Priesterbruderschaft Pius X. , hatte im bayerischen Zaitzkofen am 1. November 2008 in einem Interview die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten, die Existenz von Gaskammern leugnete er. Das Gespräch war von einem schwedischen TV-Sender aufgezeichnet und im Januar 2009 ausgestrahlt sowie über Internet verbreitet worden. Der 69-Jährige ist einer von vier illegal geweihten Traditionalisten-Bischöfen, deren Exkommunikation Papst Benedikt XVI. am 21. Januar in einem Aufsehen erregenden Akt zurücknahm. Der Vatikan erfuhr nach Angaben des zuständigen Kurienkardinals erst danach von Williamsons Äußerungen. Ebenfalls am Montag begannen die Gespräche zwischen dem Vatikan und der traditionalistischen Bruderschaft in Rom, um eine jahrzehntelange theologische Kontroverse zu beenden.