Wien: Tausende bei Medjugorje-Gebet

Wien (DT/KAP) Mehrere tausend Gläubige haben am Dienstagabend im Wiener Stephansdom am diesjährigen Medjugorje-Friedensgebet teilgenommen. „Beten wir für den Frieden in unseren Herzen, unseren Familien, unseren Ländern und besonders in den Kriegsgebieten“, sagte Kardinal Christoph Schönborn beim Gottesdienst zu dem fünfstündigen Gebetstreffen, das zu den größten jährlichen religiösen Veranstaltungen Österreichs zählt. Ehrengast war heuer der 89-jährige albanische Kardinal Ernest Simoni, der während der atheistischen Kirchenverfolgung unter dem kommunistischen Diktatur Enver Hoxha in seinem Heimatland von 1963 bis 1981 inhaftiert war und als Untergrundpriester wirkte. Papst Franziskus war Simoni 2014 bei einer Albanienreise begegnet und nahm ihn 2016 in das Kardinalskollegium auf. Im Stephansdom schilderte der Kardinal in bewegenden Worten die Zeit von seiner geheimen Priesterweihe 1956, über die Festnahme nach der Christmette am Heiligen Abend 1963 und die folgende 18-jährige Gefangenschaft zur Zwangsarbeit, während der er auch zweimal zum Tode verurteilt wurde, bis hin zu den letzten Jahren des 1990 gestürzten Regimes, als Simoni als Kanalarbeiter tätig war und sein Priestertum im Geheimen ausübte. Er habe in all den Jahren „keine Sekunde lang den Glauben verloren“, sagte Simoni. Gott habe ihm geholfen, diese schwierige Zeit zu überstehen. „Ohne Christus sind wir alle verloren“, wandte sich der Kardinal an die versammelten Gläubigen. Religion bestehe nicht bloß aus Worten, sondern habe mit Taten zu tun, formulierte Simoni mit Blick auf das Friedensgebet-Motto „Message for you“ seine Botschaft. Das könnten Taten der Nächstenliebe sein oder eine andere Leistung für die Welt, die über den eigenen Tod hinausreiche.