Weniger Kirchensteuern für deutsche Bistümer

Bonn (DT/KNA) Die Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland sind im zweiten Jahr in Folge zurückgegangen. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn mitteilte, erhielten die 27 Bistümer im Jahr 2010 insgesamt 4, 794 Milliarden Euro. Das ist ein Rückgang von 2, 2 Prozent gegenüber 2009, als sich die Einnahmen auf 4, 903 Milliarden Euro beliefen. Allerdings handelt es sich immer noch um das drittbeste Ergebnis. 2008 hatten die Kirchensteuern für die katholische Kirche den bisherigen Rekordwert von 5,066 Milliarden Euro erreicht. Von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) liegen noch keine Daten für 2010 vor. 2009 hatten die Protestanten bundesweit rund 4, 4 Milliarden Euro an Kirchensteuern eingenommen, 2008 waren es 4, 7 Milliarden. In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Rechtliche Grundlage bilden die in das Grundgesetz übernommenen staatskirchenrechtlichen Artikel der Weimarer Verfassung. Dort wird den Kirchen unter anderem das Recht zugesprochen, Steuern nach Maßgabe landesrechtlicher Bestimmungen zu erheben. Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer (in Baden-Württemberg und Bayern acht Prozent). Sie wird über das staatliche Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst etwa drei Prozent des Steuereinkommens. Letztlich zahlt nur knapp ein Drittel der 25, 5 Millionen Katholiken in Deutschland Kirchensteuer. Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen, alte Menschen mit geringer Rente und Arbeitslose zahlen keine Lohn- und Einkommenssteuer und daher auch keine Kirchensteuer.