Weiterer Stellenabbau

Trotz Aufschwung: Bistum Speyer hält an Sparbeschlüssen fest

Speyer (DT) Vom jüngsten wirtschaftlichen Aufschwung hat auch die Diözese Speyer profitiert: Höhere Einnahmen aus der Kirchensteuer ermöglichen einen ausgeglichenen Haushalt 2008. Insgesamt erwartet das Bistum Einnahmen von 130 Millionen Euro, das sind gut acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bistumsleitung werde dennoch an ihrem Konsolidierungskurs festhalten, erklärte der Vertreter des Diözesanadministrators, Norbert Weis, bei der Vorstellung des Haushaltes am 29. Januar. Der neue Bischof von Speyer, der bisherige Paderborner Weihbischof Karl-Heinz Wiesemann, tritt am 2. März sein Amt an. Vorläufig wolle die Diözese aber weder die Sparbeschlüsse zurücknehmen, noch die Zuschüsse an Pfarreien und Einrichtungen erhöhen, sagte Weis. „Die Mehreinnahmen gleich wieder nach dem Gießkannenprinzip auszuschütten, wäre der falsche Weg und das falsche Signal.“ Bei den Ausgaben fallen 2008 mit 74 Millionen Euro am stärksten die Personalkosten ins Gewicht, die 57 Prozent des Haushaltsvolumens ausmachen. Deshalb sehe der Stellenplan des Bischöflichen Ordinariates für das Jahr 2008 eine Reduzierung um zwölf Stellen vor, neu geschaffen habe man dagegen drei zusätzliche Ausbildungsstellen, so der Finanzdirektor des Bistums, Franz Zieger. Das Bistum müsse weiter sparen, damit später Gemeinden und Diözesen nicht vor unlösbare Probleme gestellt würden, wenn Gebäude saniert oder Pensionen gezahlt werden müssten, führte Weis weiter aus. So seien im jetzigen Haushalt zwei Millionen Euro in einen Immobilienfonds gesteckt worden, der den Erhalt der Dienstwohnungen der Pfarrer sicherstellt. Gleichfalls dringend notwendig sei es, den Fonds für die Altersbezüge der Priester im Ruhestand aufzustocken, da dieser derzeit zu einem Viertel unterfinanziert sei.

Damit das Bistum Reserven bekommt, werden Weis zufolge 2008 auch sieben Millionen Euro aus den höheren Steuereinnahmen genutzt, um einen neuen Grundstock für freie Rücklagen anzulegen. Um den Haushalt langfristig zu sichern, plant das Bistum auch strukturelle Neuerungen: So bezuschusst Speyer die Träger von 252 Kindertagesstätten im Bistum zurzeit mit 9,1 Millionen Euro. „Für keinen anderen Bereich bringen wir soviel Geld aus den Einnahmen auf, das ist eine Sache, die wir in den Griff bekommen müssen“, erläuterte Weis. Deshalb prüfe das Bistum nach Rücksprache mit den Pfarrern, ob ähnlich wie im Bistum Trier neue Trägerstrukturen in den Pfarreien für deren Kindergärten installiert werden, etwa eine Überführung in eine GmbH. Gleichzeitig wolle man mit der evangelischen Kirche gemeinsam als Träger von Kindertagesstätten gegenüber der öffentlichen Hand auftreten.