Weiter treu zum Glauben stehen

Patriarch Sabbah: Letzter Hirtenbrief mit geistlichem Testament

Jerusalem (DT/KNA) Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hat mit seinem letzten Hirtenbrief nach zwanzig Jahren Amtszeit seinen Abschied eingeläutet. In dem an Priester, Ordensleute und Laien gerichteten Schreiben fordert er die Christen im Heiligen Land auf, trotz aller Schwierigkeiten treu zu ihrem Glauben zu stehen. Gleichzeitig dankt Sabbah in dem am Freitag veröffentlichten Brief allen Mitarbeitern, dem Vatikan sowie den Christen in der Welt für ihre Unterstützung. Der erste Palästinenser auf dem Jerusalemer Patriarchenstuhl wird am 19. März mit Vollendung seines 75. Lebensjahres seinen altersbedingten Rücktritt einreichen.

Zu seinem Nachfolger wurde bereits der frühere Kirchendiplomat und Bischof von Tunis, der Jordanier Fuad Twal bestimmt. In dem Hirtenbrief beschreibt Sabbah die „Mutterkirche von Jerusalem“ als eine kleine Schar, ähnlich den Jüngern zur Zeit Jesu. Dies dürfe die Gläubigen jedoch nicht entmutigen. Vielmehr müssten die Christen noch stärker als bisher das Evangelium leben, um in dem „scheinbar nicht enden wollenden Konflikt“ um das Land auszuharren, das drei Religionen heilig sei. Zu dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern komme eine zunehmende Radikalisierung im muslimischen Umfeld.

Die christlichen Araber müssten sich diesen Tendenzen gemeinsam mit den gemäßigten Kräften des Islam entgegenstemmen und das traditionell gute Zusammenleben verteidigen. Die insgesamt 13 christlichen Kirchen im Heiligen Land fordert Sabbah zu mehr Zusammenarbeit auf. Als einen Höhepunkt seiner Amtszeit bezeichnet Sabbah den Besuch Papst Johannes Pauls II. im Jahr 2000. Gleichzeitig drückt er seine Hoffnung auf eine baldige vermittelnde Pilgerreise Benedikts XVI. ins Heilige Land aus. Dem Lateinischen Patriarchat wolle er auch während seines Ruhestandes nach Kräften zur Verfügung stehen.