Weigel: Einheit der Kirche zerbricht

Washington (DT/KNA) Der amerikanische Theologe George Weigel hat die Konsequenzen des Papstschreibens „Amoris laetitia“ für die Ehe- und Morallehre der katholischen Kirche kritisiert. Durch das Schreiben, in dem ein Kommunionzugang für Katholiken in zweiter Ehe nach einer Scheidung nicht ausgeschlossen wird, sei „eine ungute Situation entstanden“, sagte Weigel der Katholischen Nachrichten-Agentur am Mittwoch im Interview. Die praktischen Auslegungen des Schreibens gingen sehr weit auseinander. „Was in Polen eine Todsünde ist, wird 50 Kilometer weiter westlich als eine mögliche Gnadenquelle betrachtet, das kann nicht sein!“, betonte der Theologe mit Blick auf die unterschiedlichen Richtlinien deutscher und polnischer Bischöfe. Auf diese Weise „zerbreche die Einheit der Kirche“, warnte Weigel, der als einer der besten Vatikan-Kenner in den USA gilt.