Wegbereiter des Glaubens

Zum Gedenktag des heiligen Bischof Erhard von Regensburg am 8. Januar. Von Stefan Meetschen

Er ist neben dem heiligen Wolfgang und dem heiligen Emmeram der dritte Patron des Bistums Regensburg: Der heilige Erhard, dessen Leben und Wirken die Kirche am heutigen 8. Januar gedenkt. Ein bewährter Heiliger, der bereits im siebten Jahrhundert geboren wurde, vermutlich im südfranzösischen Narbonne. So steht es jedenfalls in der Vita, die im Umkreis seiner Heiligsprechung durch Papst Leo IX. in Regensburg im Jahre 1052 geschrieben wurde. Die Feder führte damals ein gewisser Paulus. Beauftragt mit der Lebensbeschreibung hatte ihn die Äbtissin Heilica von Niedermünster.

Zunächst wirkte Erhard als Wanderbischof im Elsass, hierauf begab er sich nach Bayern. Er predigte das Evangelium. Mit Erfolg, wie man annehmen darf. In der „Bavaria Sancta“-Sammlung wird jedenfalls das „Licht“ gepriesen, das von Erhards „gottseligem Wandel“ ausstrahlte. In dieser Zeit erhielt er aber, so sagt es die Legende, eine göttliche Mahnung. Einen prophetischen Auftrag. Er ging zurück ins Elsass, um die Tochter des dortigen Herzogs zu taufen. Odilia (Ottilie), die von Geburt an blind war. Erhard kam zu ihr, taufte sie und sie konnte sehen. Physisch und geistig, denn vor Freude und Dankbarkeit weihte Odilia ihr Leben Gott und gründete ein Kloster.

Erhard hingegen wanderte zurück nach Bayern zum Hofe Herzogs Theodos II. Als Zeitgenosse des heiligen Korbinian von Freising und des heiligen Rupert von Salzburg wurde er vom Bayernherzog mit der Verbreitung des Glaubens beauftragt. Ein Bistum Regensburg gab es damals noch nicht. Das sollte erst 739 durch Bonifatius gegründet werden. Erhard aber war ein wichtiger Vorbereiter des christlichen Glaubens. Er machte sozusagen den Weg frei. Als geistlicher Berater des Frauenklosters Niedermünster. Dort ist Erhard, der um das Jahr 717 starb, auch begraben. In der Regensburger Niedermünsterkirche. Seine Reliquien befinden sich in einem silbernen Schrein an der Nordseite der Kirche.

Mit anhaltender Wirkung. Gilt er doch bis heute als verlässlicher Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden, auch als Patron der Schuhmacher ist der Wanderbischof weiterhin im Einsatz. Und vielleicht nicht nur das. Dreihundert Jahre nach seinem irdischen Tod erschien er dem damaligen Bischof von Regensburg, dem heiligen Wolfgang, der unter der mangelnden Disziplin im Kloster Niedermünster litt, im Traum und gab eine praktische Anweisung mit hohem Symbolwert. „Du siehst mich in einem feuchten Kleid. Dieses bedeutet die häufigen aber fruchtlosen Tränen der hiesigen Nonnen. Schon seit längerer Zeit sehe ich bei ihnen keine Besserung. Sie geben sich keine Mühe, die Fehler abzulegen, die sie erkennen und beweinen. Darum schaffe das kanonische Leben, das die Veranlassung zu so großer Nachlässigkeit im Dienste Gottes ist, gänzlich ab, und führe das klösterliche ein.“

Genau das tat der heilige Wolfgang. Mit Erfolg. Auch andere Menschen haben im Laufe der Jahrhunderte die heilbringende Wirkung der Fürsprache des heiligen Erhard erfahren, weshalb man ihn nicht auf das Niveau einer gemütlichen Bauern-Regel reduzieren sollte. Mag diese auch lustig klingen. „Der Erhard mit der Hack, der steckt Weihnachten in den Sack.“ Der heilige Erhard wird dargestellt mit einem Evangelienbuch, auf dem zwei Augen als Attribut abgebildet sind.