Wachsendes Misstrauen

Französische Bischöfe warnen vor Politik der Ausgrenzung

Paris (DT/KNA) Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, hat vor einer Politik der Ausgrenzung und Ablehnung gewarnt. Mit Blick auf die Regionalwahlen vom Wochenende, bei denen der rechtsextreme Front National zweitstärkste Kraft geworden war, äußerte sich Pontier zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der französischen Bischöfe am Dienstag in Paris besorgt über eine zunehmende Nationalisierung des Denkens und wachsendes Misstrauen in der Gesellschaft. Politikern, die dieses forcierten, mangele es an Achtung vor dem Leben und dem Gemeinwohl sowie der notwendigen Solidarität, kritisierte der Erzbischof von Marseille. Zugleich forderte er stärkeres politisches und zivilgesellschaftliches Engagement zur Integration von Migranten und Bedürftigen. Der Terroranschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar habe die Frage aufgeworfen, in was für einer Gesellschaft man gemeinsam leben wolle. Jeder Einzelne müsse sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einsetzen und Vielfalt sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt verteidigen, betonte er. Dies setze Respekt vor anderen Religionen und Kulturen voraus. Mit Blick auf die UN-Klimakonferenz, die im Dezember in Paris stattfindet, forderte Pontier Solidarität mit den Menschen, die bereits jetzt vom Klimawandel betroffen sind. In diesem Zusammenhang werde auch die angekündigte Umweltenzyklika von Papst Franziskus wertvolle Ansätze liefern, so der Bischofskonferenz-Vorsitzende.

Pontier appellierte darüber hinaus an die Politik, sich für Frieden im Nahen Osten und in anderen Konfliktgebieten der Welt, etwa in Nigeria, einzusetzen. Die Menschen dort, darunter viele Christen, litten unter abscheulichen Gewalttaten. Ihnen Frieden und eine sichere Zukunft zu ermöglichen, müsse oberste Priorität haben.