„Vorsichtige Hoffnung“

Bischöfe sehen Fortschritte in israelischer Visa-Frage

Jerusalem/Bonn (DT/KNA) Bischöfe und Vertreter von acht internationalen Bischofskonferenzen sehen Bewegung in der umstrittenen Visa-Frage für kirchliches Personal im Heiligen Land. Die neue israelische Praxis sei ein Fortschritt, aber noch keine abschließende und befriedigende Lösung, erklärten sie bei einem Treffen mit Innenminister Meir Scheetrit in Jerusalem. Weitere politische Höhepunkte eines sechstägigen Bischofstreffens im Heiligen Land, das am Mittwoch mit einer Berichterstattung im Vatikan zu Ende ging, bildeten in Ramallah Gespräche mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und dem Ministerpräsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Salam Fayed, wie die Deutsche Bischofskonferenz im Anschluss mitteilte. Angesichts der jüngsten Gesprächsinitiativen machten die Kirchenvertreter in der christlichen Bevölkerung der Palästinensischen Gebiete nach eigenen Angaben „vorsichtige Hoffnung“ für einen gerechten Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, aber auch noch „starke Skepsis“ aus. Nachdrücklich brachten sie ihre besondere Sorge um die humanitäre Lage in Gaza zum Ausdruck, die sich seit dem Besuch vor einem Jahr weiter verschlechtert habe. Die Bischöfe erinnerten daran, dass der Friedensprozess in seinen Grundfesten erschüttert zu werden drohe, wenn die Hoffnung der Bevölkerungen ermüdet ist.

Es war das achte internationale Bischofstreffen in Israel und Palästina dieser Art. Der Austausch findet auf Initiative des Vatikan regelmäßig seit 1998 statt. Neben den katholischen Kirchen im Heiligen Land sind Bischofskonferenzen aus Europa und Nordamerika beteiligt, um auf diese Weise ihre Solidarität mit den christlichen Kirchen vor Ort zum Ausdruck zu bringen. Prominente Teilnehmer des diesjährigen Treffens waren der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, der Vorsitzende der nordamerikanischen Bischofskonferenz, Kardinal Francis George und der irische Primas Kardinal Sean Brady. Insgesamt wirkten Kirchenvertreter aus acht westlichen Ländern sowie die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) mit. Die bislang geltende strenge Visa-Praxis Israels bereitet den Seelsorgern im Heiligen Land große Probleme. Das gilt vor allem für die Einreise von Priestern und Ordensfrauen aus den benachbarten arabischen Ländern, auf die die Kirche im Heiligen Land besonders angewiesen ist. Die Neuregelung sieht Mehrfach-Visa für hohe Kirchenvertreter sowie raschere Einzelfall-Lösungen für anderes Kirchenpersonal vor