Bonn

Vor 40 Jahren verlor Hans Küng die Lehrerlaubnis

Mitglied der Internationalen Theologenkommission sieht Küngs Thesen angesichts des „Synodalen Weges“ als noch nicht erledigt an.

Vor 40 Jahren: Entzug der Lehrerlaubnis
Mitglied der Internationalen Theologenkommission sieht Küngs Thesen angesichts des „Synodalen Weges“ als noch nicht erledigt an. Foto: KNA

Heute vor 40 Jahren veröffentlichte die Glaubenskongregation die Erklärung Christi Ecclesia a Deo über die Theologie Hans Küngs. Der Lehrbeanstandung durch die Glaubenskongregation folgte der einstimmig beschlossene Entzug der Lehrerlaubnis durch die Deutsche Bischofskonferenz.

Einstimmig beschlossener Entzug der Missio Canonica

Dass seine Thesen auch heute noch wirkmächtig sind, darauf wies der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke gegenüber dieser Zeitung hin. Menke, der auch Mitglied der Internationalen Theologenkommission ist, sieht in den Auffassungen der Theologen Saskia Wendel, Magnus Striet und Michael Seewald die Ideen Küngs auch heute noch wirkmächtig: „Wenn die Dogmen der Kirche nur noch ,anthropogene Ausdeutungen des notwendig zu denkenden Absoluten' sind, dann ist das Lehramt der Apostelnachfolger, wenn es in Gemeinschaft mit dem Petrusnachfolger eine verbindliche Trennung wahrer von falscher Christusinterpretation dekretiert, nur noch ein fehlbares – anthropogenes – Entscheidungsorgan. Kurzum: Die Sakramentalität der Kirche steht gegenwärtig erneut auf dem Spiel - was nicht zuletzt die - theologisch unsäglichen! - Papiere der Vorbereitungsgruppen der vier Gesprächsforen des "Synodalen Weges" beweisen“, so Menke.

Sakramentalität der Kirche steht auf dem Spiel

Äußerer Anlass für die Disziplinarmaßnahmen waren die Thesen des Tübinger Theologen zur Rolle des kirchlichen Lehramts und des Primats des Papstes. Im Kern ergriffen die Glaubenskongregation und die deutschen Bischöfe mit ihren Maßnahmen Konsequenzen aus der Tatsache, dass Küng die Möglichkeit bestritt, dass das Lehramt unfehlbar lehren könne. Offenbarung sei nach Küng immer an zeitbedingte Begriffe gebunden, womit aber eine Fassung des Glaubens in ein bestimmtes dogmatisches Bekenntnis unmöglich werde, wie Menke hervorhebt.

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