Voderholzer: Handreichung zum Kommunionempfang löst Probleme und Nöte nicht

Der Regensburger Bischof hat seine Position im Streit um den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner noch einmal bekräftigt. Die gemeinsame Eucharistie könne nicht eine Etappe auf dem Weg sein, sondern das Ziel.

Rudolf Voderholzer
Trotz offener und kontroverser Diskussionen sei man zu keiner Einmütigkeit in der Frage des Kommunionempfangs evangelischer Ehepartner gekommen, so der Regensburger Bischof Voderholzer. Foto: Maria Irl (KNA)

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat in der Debatte um den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner Stellung genommen. Die deutschen Bischöfe hätten die Frage der Zulassung „offen und auch kontrovers“ diskutiert, erklärt Voderholzer in einem auf der Website seines Bistums veröffentlichten Interview. Am Ende sei man jedoch zu keiner Einmütigkeit gekommen. „Es blieb ein Dissens bestehen“, so der Bischof, den er aber nicht von vornherein für schlecht halte. „Es ist ein Ausdruck unserer gemeinsamen Wahrhaftigkeit, dass wir keinen unehrlichen Kompromiss anstrebten.“ Der Respekt voreinander verlange, auch andere Positionen auszuhalten. Voderholzer ist einer der sieben Diözesanbischöfe, die sich in einem Brief an Rom wandten, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen hatte, eine Handreichung zum Kommunionempfang für evangelische Ehepartner zu veröffentlichen.

Darüber hinaus betont der Regensburger Bischof, dass er die Ökumene als Grundauftrag Christ verstehe. „Es geht nicht um die Frage: Ökumene: ja oder nein, sondern um den Weg der Ökumene, den Weg zur Einheit.“ Er wisse um die Nöte und Probleme die im religiösen Leben konfessionsverschiedener Ehepartner entstünden, so Voderholzer. „Das nimmt mich als Bischof auch mit.“

Zudem stellt er in dem Interview klar, dass er mit dem Brief einen Weg habe suchen wollen, der die Not der Menschen ernst nehme und gleichzeitig Hilfen anbiete. Er und die sechs weiteren Bischöfe seien allerdings nicht der Meinung, dass die von der Bischofskonferenz angestrebte Handreichung diese Probleme und Nöte löse.

Voderholzer, der der Römischen Glaubenskongregation angehört, unterstreicht auch, dass der Begriff „Verbot“ gänzlich unangemessen sei, wenn man von der Kommunionzulassung evangelischer Ehepartner in der katholischen Kirche spreche. „Es geht darum, den eigenen Glauben und das Bekenntnis des anderen ernst zu nehmen“, so der Bischof. Wer in der katholischen Kirche die Eucharistie empfange, bejahe den Glauben bezüglich der Eucharistie.

Grundsätzlich sei er sehr froh über die gewachsene Freundschaft zwischen Katholiken und Protestanten. Er plädiert dafür, in ökumenischer Verbundenheit das miteinander zu tun, was längst möglich sei: „Miteinander das Wort  Gottes hören, miteinander singen und beten, miteinander für den Lebensschutz, für die Bedeutung der Ehe von Mann und Frau und der Familie und für die Wahrung der Menschenwürde eintreten“. Die gemeinsame Eucharistie könne nicht eine Etappe auf dem Weg sein, sondern das Ziel.

DT/mlu