Vietnam: Kirche setzt auf Papstbesuch 2010

Hoffnung auf Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen

Hanoi/Vatikanstadt (DT/KAP) Der Vorsitzende der Vietnamesischen Bischofskonferenz, Diözesanbischof Pierre Nguyen Van Nhon, rechnet nach eigenen Worten fest mit einem Papstbesuch in seinem Land für 2010.

Der erste Besuch eines Papstes in Vietnam wäre eine Stärkung für die Katholiken und von Vorteil für den Staat, sagte er in einem Interview mit der jüngsten Ausgabe des Monatsmagazins „Trenta Giorni“. Die Regierung in Hanoi sei nicht dagegen, weil ein solcher Besuch „aller Welt deutlich machen würde, dass Vietnam Verschiedenheit und Freiheit akzeptiert“.

Benedikt XVI. will im kommenden Jahr mehrere Länder Asiens besuchen.

Ein Termin – vermutlich im Frühjahr – und eine Liste der Reiseziele stehen noch nicht fest. Anlass für eine Papstreise in Vietnam wären die 50-Jahr-Feiern der Errichtung der ordentlichen Kirchenstruktur, so Van Nhon. Außerdem sei es 350 Jahre her, dass die ersten beiden Apostolischen Vikariate in Vietnam errichtet wurden.

In dem Interview bestätigte der Bischof Schwierigkeiten der Kirche mit den staatlichen Behörden. Insbesondere gehe es dabei um kirchliche Gebäude, die vom Staat konfisziert wurden und deren Rückgabe die Bischöfe und Gläubigen fordern. Mitunter habe der Staat Kirchengebäude enteignet, sie aber nicht der Allgemeinheit, sondern egoistischen Zwecken zugeleitet, so Van Nhon. Die Kirche bemühe sich stets, Schwierigkeiten in geduldigem Dialog zu klären. Ihr Ziel sei es, zu Gerechtigkeit, Nächstenliebe und zum Gemeinwohl aller beizutragen, so der Bischof.

Zwischen Südvietnam und dem Heiligen Stuhl hatten diplomatische Beziehungen bestanden; nach dem Ende Südvietnams 1975 habe sich der französische Kurienkardinal Roger Etchegaray ab 1989 wieder um einen Dialog bemüht, sagte der Bischof. Seither reise der stellvertretende vatikanische „Außenminister“ – derzeit Prälat Pietro Parolin – einmal jährlich zu Gesprächen nach Vietnam: „Die Resultate wurden immer besser.“ Er hoffe, dass bald offizielle diplomatische Beziehungen zwischen Hanoi und dem Heiligen Stuhl aufgenommen werden, so der Vorsitzende der Vietnamesischen Bischofskonferenz: „Dann hätten wir einen Vertreter des Papstes ständig in unserem Land, und nicht nur einmal im Jahr.“