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Der hl. Franziskus Fasani – 29. November. Von Stefan Meetschen

Gleich zwei Heilige des Franziskanerordens dienten dem am 6. August 1681 in Lucera in Italien geborenen Giovanni Fasani als Inspiration: Der heilige Franziskus und der heilige Antonius. Der junge Mann trat schon früh in den Orden ein und nahm die Namen seiner spirituellen Vorbilder an. Als Novize besuchte Fasani dann zunächst Kurse in Philosophie und humanistischen Wissenschaften, später folgte ein Theologie-Studium, das er 1709 beendete. Bereits im Jahre 1705 war er am Grab des heiligen Franziskus in Assisi zum Priester geweiht worden.

Obwohl man Franziskus Antonius Fasani aufgrund seiner überragenden intellektuellen Fähigkeiten den Spitznamen „Padre Maestro“ (Pater Meister) verlieh und ihm als Philosophie-Professor, Novizen-Meister und Ordensoberer für die Region Apulien eine große Verantwortung bei der Ausbildung und Leitung des Ordensnachwuchses übertrug, galt seine besondere Neigung dem Dienst an den Armen. Immer wieder besuchte er die Kranken und Gefangenen in seiner Heimatstadt Lucera und stärkte sie mit Almosen. Doch nicht nur das. Neben seinem karitativen Einsatz kümmerte er sich auch mit großer Hingabe um die seelische Stärkung der Menschen. Unermüdlich war sein apostolischer Einsatz: Sei es durch Predigten, Glaubenskurse oder Exerzitien. Immer war es sein Ziel, „Laster und Sünden auszumerzen, um die Tugenden einzupflanzen“, wie sich ein Zeitgenosse des Heiligen erinnerte.

Im Zentrum von Fasanis Frömmigkeit stand die Verehrung der ohne Erbsünde empfangenen Mutter Jesu, der Jungfrau Maria. Intensiv forschte Fasani danach, tiefer in das Geheimnis ihres Lebens und Wirkens einzutauchen. Den Dreh- und Angelpunkt seines priesterlichen Lebens bildete jedoch die Eucharistie. Durch sie empfing er die nötige Kraft für seine vielseitigen Aufgaben. Die tägliche heilige Kommunion war aus seiner Sicht die Grundlage für die Früchte seines Wirkens, denn viele Menschen bekehrten sich durch die Begegnung mit ihm. Viele Resignierte fanden durch seine Geschenke und Worte Trost und neue Hoffnung.

Als Fasani 1742 nach 35 Jahren des treuen Dienstes in seiner Heimatstadt Lucera schwer erkrankte, nahm er diesen bedrohlichen Angriff auf sein Leben mit großer Demut und Opferbereitschaft an. „Volonta di Dio, paradiso mio“ – „Gottes Wille ist mein Paradies“. Mit derart reifen Worten fügte er sich der Krankheit. Am 29. November 1742 starb dieser intellektuelle Heilige der Armen, dieser unermüdliche Evangelist und Seelsorger. Sein Grab in der Franziskanerkirche von Lucera ist bis heute ein populärer Wallfahrtsort. Der Ruf von Fasanis Heiligkeit sorgte dafür, dass bereits im Jahre 1746 der Antrag auf die Einleitung des Heiligsprechungsprozesses durch den Bischof von Lucera gestellt wurde. Am 21. Juni 1891 sprach Leo XIII. dem Franziskaner den heroischen Tugendgrad zu. Papst Pius XII. erhob Fasani am 15. April 1951 nach zwei kirchlich anerkannten Wundern zur Ehre der Altäre. Am 13. April 1986 wurde Franziskus Antonius Fasani durch ihn heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 29. November.