Vatikan und Muslime für Religionsfreiheit

Gemeinsame Erklärung zum Abschluss der katholisch-islamischen Konferenz in Teheran

Vatikanstadt/Teheran (DT/KAP) Ranghohe Vertreter des Vatikans und islamische Gelehrte aus dem Iran haben in Teheran zur Achtung der Religionsfreiheit aufgerufen. „Religionsfreiheit, als ein in der Menschenwürde verankertes Recht, muss von Einzelpersonen, sozialen Akteuren und dem Staat stets respektiert werden“, heißt es in einer am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Erklärung zum Abschluss einer katholisch-islamischen Konferenz in Teheran.

Die Konferenz war vom Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog unter Leitung von Kardinal Jean-Louis Tauran zusammen mit der „Organisation für islamische Kultur und Beziehungen“ (ICRO) mit Sitz in Teheran organisiert worden. Das Thema des Treffens vom vergangenen Dienstag bis Donnerstag lautete: „Religion und Gesellschaft: Christliche und muslimische Perspektiven“. Es gelte, bei der Verwirklichung der Religionsfreiheit jedoch den jeweiligen kulturellen und historischen Hintergrund zu berücksichtigen, soweit er nicht im Widerspruch zur Menschenwürde stehe, heißt es in der Erklärung weiter. Zudem müssten Christen und Muslime gemeinsam für moralische Werte, Frieden, Gerechtigkeit und den Schutz der Familie eintreten, fordern die Teilnehmer der Konferenz. Als weiteres Feld gemeinsamen Handelns nennen sie den Umweltschutz.

Tauran wurde unter anderem vom Sekretär seiner Behörde, Erzbischof Pier Luigi Celata, sowie von dem für Islam-Fragen zuständigen Mitarbeiter des Rates begleitet. Die islamische Seite wurde unter anderem vom Direktor des ICRO, Mohammad-Baqer Khorramshad, vertreten. Es handelte sich um das siebte Kolloquium, das der Päpstliche Rat gemeinsam mit dem Zentrum für Interreligiösen Dialog der Organisation für islamische Kultur und Beziehungen ausrichtete.